Dieter Nuhr würde bei Weidel-Kanzlerschaft auswandern
Nuhr: Bei Weidel als Kanzlerin bin ich weg

Kabarettist und Künstler Dieter Nuhr (65) war zu Gast im „WELT Talk spezial“ bei Global Reporter Marc Felix Serrao. In dem Format der WELT (gehört wie BILD zu Axel Springer) sprach Nuhr über seine frühen Jahre, den Zustand der schwarz-roten Regierung von Kanzler Friedrich Merz (70, CDU) und die AfD.

Nuhr über seine Anfänge auf der Bühne

Nuhr erinnerte sich an seine Anfänge: „Kohl als Kanzler war für uns damals ein Feindbild, und jeder redete über ,Birne‘ und ,den Dicken‘.“ Das Programm sei seinerzeit allerdings „weniger politisch“ gewesen: „Das war einfach sehr viel Unfug auf der Bühne“, scherzte Nuhr. Darum sei es gut, dass es noch kein Internet gab.

Eindruck von Merz: „ein gefallsüchtiger Mensch“

Doch auch über den aktuellen Kanzler plauderte Nuhr. Er habe Friedrich Merz auf einer privaten Feier kennengelernt und sich „’ne Stunde oder so“ mit ihm unterhalten – allerdings bevor Merz Kanzler wurde. „Wenn ich etwas mitgenommen habe, dann den Eindruck, dass er versucht, allen zu gefallen.“ Und: „Ich glaube, er ist ein bisschen ein gefallsüchtiger Mensch.“ Merz versuche, cool zu wirken, bekomme „es aber nicht richtig hin“ – das mache ihn „angreifbar“.

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Bundesregierung steckt in „Kindergartenkämpfen“

Nuhr hatte Merz zuvor mit dem gestrandeten Wal Timmy verglichen. Auf die Frage, wie viel Zeit er dem Kanzler noch gebe, antwortete Nuhr: „Ich weiß es nicht, das kann lange dauern. Totgesagte leben länger.“ Seine Kritik an Merz’ schwarz-roter Regierung: Es sei „ein Trauerspiel“, weil „diese ganze Koalition in so miesen, provinziellen Kindergartenkämpfen stecken geblieben ist und keine Vision mehr da ist von dem, wo wir eigentlich hinwollen“.

Brandmauer zur AfD wird kippen

Für Nuhr ist klar: Die Brandmauer nach Rechtsaußen werde irgendwann kippen – schon wegen der vielen AfD-Wähler. „Man wird diese Anzahl von Wählern nicht einfach von der Demokratie ausschließen können, sonst ist es keine Demokratie mehr.“ Er glaube außerdem, dass die Dämonisierung der AfD „mehr als genutzt“ habe.

Wird Weidel Kanzlerin, wandert Nuhr aus

Der Kabarettist stellte klar: „Das heißt nicht, dass ich mit irgendwas einverstanden wäre.“ Aber: „Wie wir mit ihr bisher umgegangen sind, ist eine taktische Dummheit.“ Nuhr weiter: Es gebe „kein einziges Problem in unserem Land“, für das die AfD eine tragfähige Lösung hätte. Dass es jedoch für viele Wähler trotzdem so aussehe, liege, so Nuhr, „daran, dass sie gar nicht sprechen müssen“. Sollte AfD-Chefin Alice Weidel (47) Bundeskanzlerin werden, „bin ich weg“, machte er deutlich.

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