Peking kritisiert „New York Times“ nach Visum-Entzug für Journalistin
Peking kritisiert „New York Times“ nach Visum-Entzug

China weist „New York Times“-Journalistin aus

Die chinesische Regierung hat einer Korrespondentin der renommierten US-Zeitung „New York Times“ das Visum entzogen und sie des Landes verwiesen. Der Vorfall ereignete sich bereits im Februar, wurde jedoch erst kürzlich durch einen Artikel der Zeitung selbst öffentlich bekannt. Die USA reagierten umgehend mit einer diplomatischen Gegenmaßnahme.

Vorwürfe aus Peking

Das chinesische Außenministerium übte scharfe Kritik an der Zeitung. Sprecher Lin Jian erklärte, die „New York Times“ habe den „taiwanesischen Behörden“ eine Plattform zur Verbreitung „separatistischer Falschbehauptungen“ geboten und Taiwan fälschlicherweise als Staat bezeichnet. Dies verstoße gegen das „Ein-China-Prinzip“ sowie gegen bestehende Vereinbarungen zwischen den USA und China. Peking fordert, dass die Zeitung „ihre Fehler korrigiert“.

Hintergrund des Visum-Entzugs

Laut Berichten der „New York Times“ begründeten chinesische Beamte die Ausweisung damit, dass die Zeitung im Dezember während einer Veranstaltung in New York ein Video des taiwanesischen Präsidenten Lai Ching-te gezeigt habe. Die betroffene Journalistin, so die Zeitung, habe jedoch keinerlei Rolle bei dieser Veranstaltung gespielt. Dennoch wurde ihr Visum im Februar entzogen, und sie musste China verlassen.

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Reaktionen aus den USA

Die Vereinigten Staaten ließen die Ausweisung nicht unbeantwortet. Als Reaktion auf den Schritt Pekings ergriff Washington diplomatische Gegenmaßnahmen, deren Details jedoch nicht näher spezifiziert wurden. Der Fall verschärft die angespannten Beziehungen zwischen den beiden Ländern, insbesondere im Bereich der Pressefreiheit.

Chefredakteur kritisiert Entscheidung

Joseph Kahn, Chefredakteur der „New York Times“, äußerte sich besorgt über die Ausweisung. Er betonte, dass es dem weltweiten Publikum in einer entscheidenden Phase noch schwerer gemacht werde, genaue, unabhängige und fundierte Berichterstattung über die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt zu erhalten. Die Pressefreiheit in China sei zunehmend eingeschränkt, was internationale Medien vor große Herausforderungen stelle.

Bedeutung des Falls

Der Vorfall unterstreicht die anhaltenden Spannungen zwischen China und den USA im Medienbereich. China wirft westlichen Medien häufig eine einseitige Berichterstattung vor, insbesondere in Bezug auf Taiwan, Tibet und Menschenrechte. Die „New York Times“ hingegen sieht sich dem Vorwurf ausgesetzt, die Souveränitätsansprüche Chinas zu missachten. Der Fall könnte langfristige Auswirkungen auf die Arbeit ausländischer Korrespondenten in China haben.

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