Philippe Sands erhält Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2026
Philippe Sands bekommt Friedenspreis des Buchhandels

Der französisch-britische Jurist und Autor Philippe Sands erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2026. Diese Entscheidung gab der Börsenverein des Deutschen Buchhandels am Donnerstag in Frankfurt am Main bekannt. Die Auszeichnung zählt zu den renommiertesten intellektuellen Ehrungen im deutschen Kulturleben.

Würdigung für Menschenrechte und Völkerrecht

Der Stiftungsrat des Börsenvereins begründete die Preisvergabe mit Sands' vielfach preisgekröntem Wirken für Frieden, Gerechtigkeit und Völkerrecht. Börsenvereinsvorsteher Sebastian Guggolz erklärte: „Sein literarisches Werk überzeugt mit erzählerischer Brillanz ebenso wie mit historischer Tiefe.“ Sands sei ein „engagierter Autor und Humanist, der trotz wachsender Widerstände unermüdlich für Menschenrechte eintritt und um Gerechtigkeit und Verständigung ringt“.

Der in London geborene 65-Jährige ist Experte für internationales Recht und arbeitet am Internationalen Gerichtshof in Den Haag. Der Börsenverein hob hervor, dass Sands „als einer der gegenwärtig wichtigsten Menschenrechtsanwälte an bedeutenden Verfahren des internationalen Rechts“ wirke. Gemeinsam mit anderen Juristen initiierte er den Versuch, die Zerstörung von Ökosystemen als Tatbestand des Ökozids völkerrechtlich unter Strafe zu stellen.

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Literarische Werke mit historischer Tiefe

Einer breiteren Öffentlichkeit ist Sands als Verfasser literarischer Sachbücher bekannt, in denen er persönliche Erinnerungen mit völkerrechtlichen Fragen verknüpft. Zu seinen Werken zählen „Rückkehr nach Lemberg“ und „Die Rattenlinie“. Sands selbst ist Nachkomme von Holocaust-Überlebenden.

Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels wird seit 1950 vergeben. Die Preisverleihung an Philippe Sands findet am 11. Oktober in der Frankfurter Paulskirche statt. In einem Interview mit dem SPIEGEL äußerte Sands vor wenigen Monaten Zuversicht trotz globaler Krisen wie Ukraine, Gaza und Sudan und kritisierte den Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs.

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