Proteste gegen Kushner-Projekt in Albanien: Die Flamingos sind los
Donald Trumps Schwiegersohn Jared Kushner plant an der albanischen Küste ein Luxusresort. Doch der Widerstand der Bevölkerung wächst. Die Demonstranten haben ein auffälliges Symbol gefunden: Flamingos. Von Janita Hämäläinen, 11.06.2026, 12.34 Uhr
In Tirana, der Hauptstadt Albaniens, versammelten sich am Mittwoch tausende Demonstranten. Sie skandierten: „Albanien steht nicht zum Verkauf.“ Die Proteste richten sich gegen ein geplantes Luxus-Bauprojekt von Trump-Schwiegersohn Jared Kushner. Die Investmentfirma Affinity Partners, die Kushner gehört, will an der Küste in der Nähe des Naturschutzgebietes Vjosa-Narta ein Luxusresort errichten. Die Kosten werden auf mehrere Milliarden Euro geschätzt.
„Kein Albaner kann sich 1.000 bis 2.000 Euro pro Nacht leisten“, sagte Demonstrant Ardit Cami. „Das ergibt keinen Sinn. Wir haben keine Ahnung, wie das Projekt uns nützen soll.“ Demonstrantin Anisa Ibraj ergänzte: „Solange uns nicht klar ist, um welche Art von Investition es sich handelt, werden wir weiter protestieren – nicht nur für Zvërnec, sondern für jedes Stück Land, das uns Albanern gehört.“
Die Lagune an der südlichen Adriaküste ist ein bedeutendes Rastgebiet, vor allem für Flamingos. Die Vögel sind mittlerweile zu einem Symbol der Protestbewegung geworden. Aktivisten verbreiten KI-Videos, die Flamingos zeigen. Die Proteste begannen Ende Mai, als Bauträger am geplanten Standort in Zvërnec im Süden Albaniens Zäune errichteten. Diese versperrten Einheimischen und Touristen den Zugang zum Strand. In sozialen Medien wurden Aufnahmen geteilt, die zeigen, wie private Sicherheitskräfte Demonstranten gewaltsam von der geplanten Baustelle entfernen.
Die Wut in der Hauptstadt richtet sich auch gegen Ministerpräsident Edi Rama. Er ist ein Befürworter des Bauprojekts. Demonstrant Leand Lakrori sagte: „Das Projekt in Zvërnec ist im Grunde ein Projekt der Korruption und Zerstörung, das jeglicher Transparenz entbehrt. Und dies ist der Höhepunkt dessen, was in Albanien seit 35 Jahren vor sich geht. Deshalb gilt heute: Genug ist genug.“
Die Proteste zeigen, dass die albanische Bevölkerung nicht bereit ist, ihre Küste und Natur für Luxusprojekte zu opfern. Die Flamingos sind zum Symbol des Widerstands geworden. Es bleibt abzuwarten, ob die Regierung auf die Forderungen der Demonstranten eingehen wird.



