Putin-Vertraute präsentieren Atomschlag-Szenario für Russland
Putin-Vertraute zeigen Atomschlag-Szenario

Beim Petersburger Wirtschaftsforum hat der einflussreiche russische Oligarch Konstantin Malofejew drei mögliche Szenarien für die Zukunft Russlands vorgestellt. Das von ihm als „bestes Szenario“ bezeichnete Modell sieht den Einsatz von Atomwaffen, den Zusammenbruch der Europäischen Union, die Einnahme von Kiew, Odessa und Charkiw sowie die vollständige Unterwerfung der Ukraine vor. Bis zum Jahr 2050 soll Russland demnach zur Garantiemacht „weltweiter Sicherheit und Gerechtigkeit“ in einem eigenen eurasischen Machtblock aufsteigen.

Malofejew, Gründer des ultrakonservativen Kreml-nahen Fernsehsenders Tsargrad TV, erarbeitete die Präsentation gemeinsam mit dem ultranationalistischen Philosophen Alexander Dugin und dem Gouverneur der Oblast Wologda, Georgi Filimonow. Dugin gilt als ideologischer Wegbereiter von Wladimir Putins Kriegspolitik und Vordenker des russischen Imperialismus.

Die drei Szenarien im Detail

Das „schlechte Szenario“ sieht laut Malofejew eine Niederlage gegen die Ukraine, den Nato-Beitritt der Ukraine und bis 2050 die vollständige „Kolonisierung“ Russlands sowie die Schaffung eines „Militärblocks auf der Grundlage der Europäischen Union“ vor. Beim „Status-quo-Szenario“ werde der Konflikt mit der Ukraine eingefroren. Bis 2050 würde die Nato zusammenbrechen; für Russland bedeute dieses Szenario eine „zunehmende Bedrohung der Vernichtung“ und eine „Hegemonie der USA oder Chinas“.

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Malofejews Hintergrund und Verbindungen

Malofejew, dessen Privatvermögen auf rund zwei Milliarden Dollar geschätzt wird, bezeichnet sich selbst als „orthodoxen Monarchisten“ und sieht die Ukraine als „künstliches Gebilde auf den Ruinen des russischen Imperiums“. Nach ukrainischen Angaben finanziert er prorussische Separatisten in der Ostukraine, steht auf EU- und US-Sanktionslisten und unterhält eigenen Angaben zufolge eine Privatarmee. In Deutschland pflegt er Kontakte zur AfD – 2015 lud er den AfD-Politiker Alexander Gauland auf Kosten seiner Stiftung nach Sankt Petersburg ein.

Seit September 2024 ist Malofejew mit Maria Lwowa-Belowa verheiratet, Russlands Kinderrechtsbeauftragter, gegen die der Internationale Strafgerichtshof einen Haftbefehl wegen der mutmaßlichen Deportation ukrainischer Kinder ausgestellt hat.

Wirtschaftsforum als Bühne für Stärke

Das Wirtschaftsforum dient Russland als Bühne, um trotz mehr als vier Jahren Angriffskrieg gegen die Ukraine und westlicher Sanktionen wirtschaftliche Stärke zu demonstrieren – obwohl das Wachstum zuletzt eingebrochen ist. Präsident Putin ist Gastgeber der Veranstaltung, die noch bis Samstag läuft. Unter den Teilnehmern sind auch einige westliche Unternehmer sowie AfD-Politiker, obwohl das Auswärtige Amt von der Reise abgeraten hatte. Die deutsch-russische Auslandshandelskammer richtet erstmals seit Kriegsbeginn wieder eine eigene Veranstaltung aus.

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