Saudi-Arabien sucht neue Verbündete: Enttäuschung über USA
Saudi-Arabien sucht neue Verbündete nach US-Enttäuschung

Die Beziehungen zwischen Saudi-Arabien und den USA haben einen neuen Tiefpunkt erreicht. Die Regierung in Riad zeigt sich tief enttäuscht von der ehemaligen Schutzmacht und insbesondere von der erratischen Politik Donald Trumps. In einem exklusiven Interview erläutert der Politikwissenschaftler Saleh Alkhathlan die Gründe für diese Entwicklung und die neuen strategischen Überlegungen des Königreichs.

Enttäuschung über die USA

„Wir wurden mit rund 7000 Raketen und Drohnen angegriffen, obwohl unsere Regierungen den Krieg öffentlich ablehnten“, sagt Alkhathlan mit Blick auf die Angriffe auf saudische Ölanlagen. Die USA hätten nicht ausreichend reagiert, was das Vertrauen in die Sicherheitsgarantien Washingtons nachhaltig erschüttert habe. „Die Golfstaaten fühlen sich von den USA im Stich gelassen“, betont der Experte.

Suche nach neuen Partnern

Angesichts dieser Lage sucht Saudi-Arabien nun neue Bündnisse. „Das Königreich orientiert sich neu und knüpft engere Beziehungen zu China, Russland und anderen asiatischen Mächten“, erklärt Alkhathlan. Auch die Zusammenarbeit mit europäischen Staaten werde intensiviert. Ziel sei es, die Abhängigkeit von den USA zu verringern und eine multipolare Außenpolitik zu verfolgen.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Iran-Konflikt als Katalysator

Der Iran-Krieg habe die Dringlichkeit dieser Neuausrichtung noch verstärkt. „Die Golfmonarchien sehen sich einer direkten Bedrohung ausgesetzt, während die USA als Schutzmacht ausfallen“, so Alkhathlan. Die Angriffe auf saudische Ölanlagen hätten gezeigt, dass die eigene Verteidigung nicht ausreiche. Daher investiere Riad massiv in die Modernisierung seiner Streitkräfte und den Aufbau einer eigenen Rüstungsindustrie.

Wirtschaftliche Diversifizierung

Parallel zur Sicherheitspolitik treibt Saudi-Arabien die wirtschaftliche Diversifizierung voran. „Die Vision 2030 soll die Abhängigkeit vom Öl verringern und neue Partnerschaften fördern“, erklärt Alkhathlan. Investitionen in Technologie, Tourismus und erneuerbare Energien sollen die Wirtschaft zukunftsfähig machen. „Dabei setzt man verstärkt auf Kooperationen mit nicht-westlichen Partnern.“

Auswirkungen auf die Region

Die Neuausrichtung Saudi-Arabiens hat weitreichende Folgen für den Nahen Osten. „Andere Golfstaaten wie die VAE und Katar beobachten diese Entwicklung genau und passen ihre eigene Außenpolitik an“, sagt Alkhathlan. Es entstehe ein neues Machtgefüge, das die traditionellen Allianzen infrage stelle. „Die USA verlieren an Einfluss, während China und Russland ihre Rolle als Vermittler ausbauen.“

Bewertung der Trump-Politik

Alkhathlan übt scharfe Kritik an der US-Politik unter Trump. „Die erratichen Entscheidungen und das Hin und Her in der Außenpolitik haben die Glaubwürdigkeit Amerikas untergraben.“ Saudi-Arabien könne sich nicht mehr auf Zusagen aus Washington verlassen. „Das Königreich muss nun eigene Wege gehen, um seine Sicherheit und wirtschaftliche Zukunft zu gewährleisten.“

Die Entwicklung zeigt, dass die traditionellen Bündnisse im Nahen Osten neu justiert werden. Saudi-Arabien sucht aktiv nach Partnern, die verlässlicher sind als die USA unter Trump. Ob dies zu einer Stabilisierung der Region beiträgt, bleibt abzuwarten.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration