Verkehrsminister Patrick Schnieder hat die Forderung von Bahnchefin Evelin Palla nach zusätzlichen 13 Milliarden Euro vom Bund abgelehnt. Palla hatte das Geld gefordert, um das Pünktlichkeitsziel von 70 Prozent bis 2029 zu erreichen. Im Podcast von Table.Briefings zweifelte Schnieder an, dass allein die Infrastruktur für 80 bis 90 Prozent der Verspätungen verantwortlich sei. Stattdessen sieht er viele kleine, schnelle Maßnahmen im Betriebsablauf, mit denen eine Steigerung der Pünktlichkeit um bis zu zwei Prozent möglich wäre.
Optimierung der Betriebsabläufe
„Das entbindet uns nicht davon, mächtig zu investieren, aber es entbindet auch die Bahn nicht davon, betriebliche Abläufe zu optimieren“, sagte Schnieder. Er betonte, dass Investitionen weiterhin notwendig seien, aber die Bahn müsse auch selbst Maßnahmen ergreifen, um die Pünktlichkeit zu verbessern.
Tankrabatt und Kerosinreserve
Die Entscheidung, den Tankrabatt nicht zu verlängern, unterstützte Schnieder. „Der Tankrabatt kostet 800 Millionen im Monat. Das ist auf Dauer nicht durchhaltbar“, sagte er. Die Regierung müsse die Preisentwicklung genau beobachten und bei Bedarf zielgerichtet eingreifen. Angesichts der eskalierenden Lage in Iran warnte der Minister vor Panikmache. Deutschland verfüge bereits über eine Kerosinreserve, die für drei bis vier Monate ausreiche.
Unser Kolumnist Ralf Neukirch vergleicht Pallas Milliardenforderung mit Lock-Emails von Trickbetrügern, die hohe Belohnungen für Hilfe bei der Auslösung von Erbschaften versprechen. Mehr dazu lesen Sie hier.



