Ein interner Konflikt bei der Bundeswehr eskaliert: Soldaten fordern den Einsatz von Schrotflinten zur Abwehr von Drohnenangriffen, da sie um ihre „Überlebensfähigkeit im Einsatz“ fürchten. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) lehnt dies jedoch ab. Hintergrund sind massive Schutzlücken gegen moderne Drohnenbedrohungen, wie ein geheimer Brandbrief von Offizieren zeigt.
Soldaten fühlen sich schutzlos
Nach Informationen von BILD haben mehrere Einheiten der Bundeswehr einen dringenden Antrag auf Ausrüstung mit Schrotflinten gestellt. Die Begründung: Gegenüber der aktuellen Drohnenbedrohung seien die Truppen „blank“ – also ohne wirksame Abwehrmittel. Eine Schrotflinte könnte laut den Soldaten zumindest eine letzte Verteidigungslinie bieten, um Drohnen in niedriger Flughöhe zu bekämpfen. „Wir haben nichts, um uns gegen diese Angriffe zu wehren. Es geht um unser Leben“, zitiert BILD einen betroffenen Soldaten.
Pistorius blockiert – Sicherheitsbedenken?
Verteidigungsminister Pistorius habe die Anträge jedoch abgelehnt. Offizielle Begründung: Schrotflinten seien „nicht geeignet“ für den militärischen Einsatz, da sie zu unpräzise seien und die Gefahr von Kollateralschäden bestehe. Zudem seien die Waffen nicht standardisiert und würden die Logistik belasten. Insider vermuten jedoch, dass auch politische Gründe eine Rolle spielen: Der Einsatz von Schrotmunition könnte als „unverhältnismäßig“ kritisiert werden.
Geheimer Brandbrief offenbart Ausmaß
In einem geheimen Brandbrief, der BILD exklusiv vorliegt, schlagen mehrere hohe Offiziere Alarm. Sie warnen vor einer „akuten Gefährdung der Einsatzbereitschaft“ und fordern „sofortige Maßnahmen“. Konkret heißt es: „Die fehlende Fähigkeit zur Drohnenabwehr gefährdet die Überlebensfähigkeit unserer Soldaten im Einsatz. Wir appellieren an die politische Führung, dies nicht länger zu ignorieren.“ Der Brief soll bereits vor Wochen übermittelt worden sein, blieb aber bislang unbeantwortet.
Drohnen als wachsende Bedrohung
Die Furcht der Soldaten ist nicht unbegründet: In aktuellen Konflikten wie dem Ukraine-Krieg haben sich Drohnen als tödliche Waffe erwiesen. Auch die Bundeswehr hat mehrfach Angriffe auf ihre Einheiten erlebt, etwa in Mali. Experten fordern daher eine umfassende Drohnenabwehrstrategie, doch die Umsetzung stockt. Laut einem Bericht des Bundesrechnungshofs fehlen der Truppe moderne Abwehrsysteme wie Störsender oder Laserwaffen. Schrotflinten wären eine billige und sofort verfügbare Notlösung – doch Pistorius bleibt hart.
Reaktionen aus der Politik
Die Opposition reagiert scharf. Der verteidigungspolitische Sprecher der Union, Florian Hahn (CSU), sagte: „Es ist ein Skandal, dass unsere Soldaten um ihre Sicherheit betteln müssen, während der Minister sie im Stich lässt.“ Auch die FDP fordert eine schnelle Lösung: „Schrotflinten sind kein Allheilmittel, aber besser als nichts. Die Bundeswehr braucht sofort jede verfügbare Option“, so der FDP-Experte Marcus Faber. Das Verteidigungsministerium wollte sich auf Nachfrage nicht konkret äußern, verwies aber auf laufende Beschaffungsverfahren für moderne Drohnenabwehr.
Wie geht es weiter?
Der Druck auf Pistorius wächst. Der Brandbrief der Offiziere könnte die Debatte neu entfachen – und vielleicht doch noch eine Kehrtwende erzwingen. Soldatenverbände fordern eine sofortige Anhörung im Verteidigungsausschuss. Bis dahin bleibt die Truppe in weiten Teilen schutzlos. „Wir hoffen, dass unsere Stimme endlich gehört wird“, so ein Offizier anonym.



