Schüsse bei BBC-Interview: Französische Küstenwache sorgt für Eklat auf dem Ärmelkanal
Schüsse bei BBC-Interview auf dem Ärmelkanal

Während eines BBC-Interviews auf einem Boot im Ärmelkanal sind mehr als ein Dutzend Schüsse gefallen. Der britische Tory-Politiker Chris Philp, der zu Migration befragt wurde, spricht von Warnschüssen und einem Einschüchterungsversuch. Die französische Küstenwache erklärte hingegen, es habe sich um eine Übung gehandelt, die in keinem Zusammenhang mit dem britischen Schiff gestanden habe.

Vorfall auf dem Ärmelkanal: Schüsse aus französischem Patrouillenboot

Das Interview fand an Bord eines Bootes statt, das die BBC für das Gespräch mit Philp gechartert hatte. Ziel war es, über die Migration über den Ärmelkanal zu berichten. Während Philp die Fragen des Reporters Michael Keohan beantwortete, waren plötzlich Schüsse zu hören. Ein von der BBC veröffentlichtes Video zeigt eine Patrouille der französischen Küstenwache in unmittelbarer Nähe. Es wird angenommen, dass die Schüsse von dort kamen.

Matt Coker, der Kapitän des Bootes, sagte der BBC, er habe „so etwas noch nie zuvor gesehen“. Auch Reporter Michael Keohan beschrieb den Vorfall als einen sehr ungewöhnlichen Moment: „Es gab keine Warnung für unser Boot.“ Er spricht von rund 17 Schüssen. Die Schüsse hätten sich „wie Warnschüsse oder ein Einschüchterungsversuch angehört“, schilderte Philp.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Reaktionen und Erklärungen der französischen Behörden

Philp äußerte die Vermutung, die Schüsse seien ein Versuch gewesen, ihn davon abzuhalten, „auf die Überfahrten von Migranten aufmerksam zu machen“. Der Tory-Politiker steht in der Kritik, weil er immer wieder gegen die französischen Behörden Stimmung macht und ihnen vorwirft, nicht genug gegen die Überfahrten zu unternehmen.

Die französischen Behörden erklärten später gegenüber der BBC, dass die Schüsse Teil einer Übung gewesen seien, die in keinem Zusammenhang mit dem britischen Schiff gestanden habe. Das Schiff der Küstenwache sei nicht im Einsatz zur Überwachung von Booten mit Geflüchteten gewesen. Zudem habe sich das britische Boot außerhalb der Schussreichweite befunden.

Migrationspolitik: Rückgang der Überfahrten und finanzielles Engagement

Der Vorfall ereignete sich, nachdem der neue britische Premierminister Andy Burnham betont hatte, dass der Plan der Regierung zur Bekämpfung der Überfahrten mit Schlauchbooten über den Ärmelkanal „funktioniert“. Großbritannien zahlt derzeit mehrere Hundert Millionen Euro jährlich an Frankreich, um die Abwehr von Migranten an der französischen Küste zu unterstützen. Burnham räumte jedoch ein, dass noch mehr zu tun sei.

Nach aktuellen Zahlen des britischen Innenministeriums wurden in diesem Jahr 13.007 Ankünfte registriert. Das sind 45 Prozent weniger als zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr und ein Rückgang um 18 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum im Jahr 2024.

Bewertung und Ausblick

Der Zwischenfall wirft Fragen nach der Zusammenarbeit zwischen britischen und französischen Behörden in der Migrationsfrage auf. Während die französische Küstenwache den Vorfall als Routineübung darstellt, sehen britische Politiker wie Philp darin eine gezielte Provokation. Die Spannungen zwischen beiden Ländern in der Migrationspolitik bleiben hoch. Die BBC hat das Video des Vorfalls veröffentlicht und damit eine öffentliche Debatte ausgelöst.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration