Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat in einem Interview mit dem britischen Sender Sky News enthüllt, dass der russische Oligarch Roman Abramowitsch ihm eine geheime Nachricht von Wladimir Putin überbracht hat. Der Oligarch, der jahrelang den FC Chelsea finanzierte und nach dem russischen Angriff auf die Ukraine auf Sanktionslisten landete, reiste extra nach Kiew, um die Botschaft zu übermitteln.
Geheime Nachricht und Bedingungen
Laut Selenskyj kam Abramowitsch mit einer vertraulichen Nachricht von Putin zu ihm und bot an, auch eine Antwort zurückzubringen. Die einzige Bedingung: Die Kommunikation müsse geheim bleiben. Der ukrainische Präsident zeigte sich davon jedoch unbeeindruckt und antwortete dem Oligarchen: „Es ist Ihre Entscheidung; für uns spielt es keine Rolle, ob es öffentlich ist oder nicht.“
Selenskyjs klare Botschaft an Putin
Im Gespräch mit Abramowitsch machte Selenskyj deutlich, dass die Ukraine den Donbass nicht aufgeben werde. „Wir werden nicht verschwinden und wir werden unser Territorium nicht verlassen. Auf diese Weise werden wir euch den Sieg nicht schenken, und ihr werdet ihn auch nicht bekommen“, erklärte der Präsident. Er betonte, dass ein Waffenstillstand die größte Kompromissbereitschaft der Ukraine darstelle und dass jegliche weiteren Zugeständnisse erst nach einer Waffenruhe möglich seien.
Treffen mit Putin? Selenskyj stellt Bedingungen
Selenskyj bekräftigte seine Bereitschaft zu einem persönlichen Treffen mit Putin, jedoch nicht in Russland oder Belarus – „aus sehr nachvollziehbaren Gründen“. Zuvor hatte er einen offenen Brief an Putin geschrieben und ein Treffen angeboten, doch der Kreml-Chef lehnte dies bei einem Wirtschaftsforum in St. Petersburg ab. Putin sagte, er sehe darin „keinen Sinn“.
Abramowitschs Rolle als Vermittler
Der Oligarch war nach Kiew gereist, um auszuloten, zu welchen Zugeständnissen die Ukraine in möglichen Verhandlungen bereit sei. Selenskyj stellte jedoch klar, dass die Hürden weniger auf ukrainischer als auf russischer Seite lägen. „Ihr kämpft gegen uns und unser Territorium“, gab er Abramowitsch mit auf den Weg. Die Enthüllung wirft ein neues Licht auf die informellen Kanäle zwischen Moskau und Kiew während des Krieges.



