Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die jüngsten Drohnenangriffe auf die russische Millionenstadt St. Petersburg öffentlich gelobt. In seiner abendlichen Videoansprache bezeichnete er die Einschläge als „gutes Resultat“ der gemeinsamen Arbeit von Drohneneinheiten verschiedener Truppengattungen und Geheimdienste. Die Attacke traf den Hafen der Stadt sowie ein militärisches Ziel im Stadtbezirk Kronstadt, wo die russische Kriegsflotte ihren Stützpunkt in der Ostsee hat. Die Ziele liegen fast 1.100 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt, betonte Selenskyj.
Rauchschwaden über der Metropole
In weiten Teilen von St. Petersburg waren nach dem ukrainischen Angriff Rauchschwaden zu sehen. Die Bewohner der Stadt an der Newa wurden Zeugen der Explosionen, die die Idylle der nördlichen Hauptstadt Russlands störten. Der Angriff erfolgte nur einen Tag vor dem Beginn des Internationalen Wirtschaftsforums SPIEF, das Kremlchef Wladimir Putin als glanzvolle Veranstaltung für Gäste aus aller Welt inszeniert. Erwartet werden Unternehmer und Wirtschaftsvertreter aus westlichen Staaten, darunter auch Politiker der AfD aus Deutschland.
Weiteres Ziel in der Region Tambow
Selenskyj berichtete zudem von einem weiteren Angriff auf ein Unternehmen in der Region Tambow, das an der Produktion russischer Rüstungsgüter beteiligt ist. Medienberichten zufolge handelt es sich dabei um eine Fabrik, die auch Raketentechnik herstellt. Die Ukraine hat in den vergangenen Monaten ihre Drohnenangriffe auf russisches Territorium intensiviert, um die russische Kriegsmaschinerie zu schwächen und den Druck auf Moskau zu erhöhen.
Strategische Bedeutung des Angriffs
Der Angriff auf St. Petersburg hat nicht nur militärische, sondern auch symbolische Bedeutung. Die Stadt gilt als Fenster Russlands zum Westen und ist ein wichtiger Wirtschaftsstandort. Durch den Drohnenangriff will die Ukraine zeigen, dass sie in der Lage ist, weit hinter den feindlichen Linien zuzuschlagen. Selenskyj betonte, dass die ukrainischen Streitkräfte kontinuierlich an der Verbesserung ihrer Fähigkeiten arbeiten, um solche Operationen durchzuführen.
Das SPIEF-Forum, das am Mittwoch beginnt, soll Russlands wirtschaftliche Stärke trotz der internationalen Sanktionen demonstrieren. Der Angriff der Ukraine überschattet jedoch die Veranstaltung und stellt die Sicherheitslage in Frage. Experten gehen davon aus, dass die Ukraine mit solchen Aktionen versucht, die russische Führung zu destabilisieren und die öffentliche Wahrnehmung des Krieges zu beeinflussen.



