Selenskyj: Ukraine kann Patriot-Raketen bis Jahresende selbst bauen
Selenskyj: Patriot-Raketen bald aus Ukraine

Selenskyj: Ukraine kann Patriot-Raketen bis Jahresende selbst bauen

Die Ukraine dürfte nach Einschätzung von Präsident Wolodymyr Selenskyj das US-Luftabwehrsystem Patriot bis zum Jahresende selbst herstellen können. Er rechne damit, dass sein Land bis dahin technisch dazu in der Lage sein werde, sagt Selenskyj vor Journalisten. Die Ukraine verfüge zudem über einen Entwurf für eine Startrampe und eine Rakete für das europäische Raketenabwehrprojekt Freyja.

Selenskyj schlägt Naftogaz-Chef Korezkyj als neuen Ministerpräsidenten vor

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will den Chef des staatlichen Energiekonzerns Naftogaz, Serhij Korezkyj, zum neuen Ministerpräsidenten nominieren. Die Vorbereitungen auf die kalte Jahreszeit hätten für das Land oberste Priorität, sagte Selenskyj am Mittwoch in Kiew. „Die Prioritäten sind klar – die Vorbereitung auf den Winter“, erklärte er. Nach allen Konsultationen sei Korezkyj der am besten geeignete Kandidat für das Amt. Das Parlament soll voraussichtlich am Donnerstag über die Personalie abstimmen. Eine Zustimmung gilt als sicher, da Selenskyjs Partei über die Mehrheit der Mandate verfügt.

Selenskyj hatte die bisherige Regierungschefin Julija Swyrydenko in dieser Woche nach einem Jahr im Amt entlassen. Das Parlament nahm ihr Rücktrittsgesuch am Dienstag an. Der Rücktritt der Ministerpräsidentin zieht automatisch die Demission des gesamten Kabinetts nach sich. Daher wird mit einer umfassenden Regierungsumbildung gerechnet. Besonders im Fokus steht dabei die Zukunft von Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow. Der 35-Jährige leitet das Ministerium seit sechs Monaten und gilt als Förderer technologischer Innovationen. Selenskyj ließ offen, ob Fedorow im Amt bleibe. Er kündigte für Mittwochnachmittag Gespräche mit dem Minister und der Armeeführung an.

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Ukraine: Haben wichtiges Kraftwerk auf Krim angegriffen

Das ukrainische Militär hat eigenen Angaben zufolge ein Kraftwerk in Sewastopol auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim angegriffen. Bei der nächtlichen Attacke sei das Wärmekraftwerk Balaklawa getroffen worden, teilen die ukrainischen Spezialkräfte auf Telegram mit. Die Anlage ist für fast die Hälfte der Stromerzeugung auf der Halbinsel verantwortlich. Nach ukrainischen Angriffen wird in Sewastopol stundenweise der Strom abgeschaltet. Die von Russland eingesetzten Behörden hatten am Dienstag mitgeteilt, dass die Stromversorgung vorerst auf zwei Stunden begrenzt ist, gefolgt von sechsstündigen Ausfällen.

EU und Ukraine vereinbaren enge Kooperation bei Drohnenproduktion

Die Europäische Union (EU) und die Ukraine haben ein Abkommen über eine engere Zusammenarbeit bei der Entwicklung und Produktion von Drohnen geschlossen. Ziel sei es, das ukrainische Know-how mit den industriellen Kapazitäten Europas zu verzahnen, um gemeinsame Projekte aufzubauen und die Produktion hochzufahren, teilte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Mittwoch bei einem Besuch in Kiew mit. Das Abkommen bringe den ukrainischen Erfindungsgeist und die industrielle Größe Europas zusammen. Es ist die erste Vereinbarung dieser Art mit der Ukraine, die Länder und Unternehmen in der gesamten EU abdecken soll.

„Wir müssen unsere Stärken bündeln“, sagte von der Leyen. Dabei betonte sie die ukrainischen Kenntnisse und Erfahrungen beim Einsatz und der Abwehr von Drohnen. Das Wissen, das die Ukraine dabei erworben habe, sei einzigartig, sagte sie bei einer Rede zum Tag der ukrainischen Staatlichkeit an Präsident Wolodymyr Selenskyj gerichtet. „Das müssen wir gemeinsam nutzen. Denn wir kennen die Bedrohungen, denen Europa in diesem Bereich ausgesetzt ist.“ Es habe schon in zahlreichen EU-Staaten Luftraumverletzungen und Alarmmeldungen gegeben. Die EU könne der Ukraine im Gegenzug große technologische Kapazitäten und sichere Produktionsstandorte bieten.

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Ukraine erhält Zugang zu EU-Rüstungsprogrammen und Millionenförderung

Die Ukraine hat Vereinbarungen über den Zugang zu Verteidigungsprogrammen der Europäischen Union und neuen Fördermitteln in Höhe von 300 Millionen Euro unterzeichnet. Dies teilt Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow auf der Online-Plattform X mit. Ukrainische Unternehmen können demnach über das neue Unterstützungsinstrument „BraveTech EU Ukraine“ 260 Millionen Euro für den Ausbau der Produktion sowie 35,3 Millionen Euro für Innovationszuschüsse abrufen.

Ukraine darf wohl EU-Kredit für chinesische Drohnenteile nutzen

Die Ukraine darf einem Zeitungsbericht zufolge Mittel aus einem EU-Verteidigungskredit für den Kauf von Drohnenbauteilen aus China verwenden. Die Regierung in Kiew habe eine Ausnahmeregelung für einen Teil einer Tranche im Volumen von sechs Milliarden Euro erhalten, berichtet die „Financial Times“ unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Reuters konnte die Angaben zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Tote und Verletzte nach russischen Angriffen in Ostukraine

Durch russischen Beschuss sind im ostukrainischen Gebiet Donezk nach Behördenangaben mindestens zwei Menschen getötet worden. Acht weitere Menschen seien bei Angriffen unter anderem mit ferngesteuerten Drohnen verletzt worden, teilte der Militärgouverneur der Region, Wadym Filaschkin, bei Telegram mit. Den Angaben nach waren die Siedlung Jasna Poljana und die nahe Stadt Kramatorsk Angriffsziele. Kramatorsk ist nur etwa zwölf Kilometer von der Frontlinie entfernt.

Deutschland beteiligt sich an Manöver der Ukraine-Koalition

Deutschland wird sich doch an dem ersten Manöver der von Ukraine-Verbündeten gegründeten „Koalition der Willigen“ beteiligen. Am Freitag werde man in einer Sitzung des deutsch-französischen Sicherheits- und Verteidigungsrats darüber beraten, sagte Regierungssprecher Stefan Kornelius der Deutschen Presse-Agentur. „Deutschland wird sich an diesem Manöver beteiligen. Die Bundesregierung prüft, wie diese Beteiligung aussehen wird.“ Am Dienstag hatte es noch aus Regierungskreisen geheißen, dass Deutschland sich nicht beteiligen werde.

Weitere Meldungen im Überblick

Bei russischen Angriffen auf die nordukrainische Region Sumy sind nach Angaben des dortigen Gouverneurs mindestens drei Menschen getötet worden. Sieben Menschen seien verletzt worden, teilt Oleh Hryhorow auf Telegram mit. Die russischen Truppen hätten sechs Angriffe mit Lenkbomben ausgeführt. In der Hafenstadt Odessa wurden bei einem russischen Luftangriff drei Menschen getötet und drei verletzt, teilt der Leiter der Militärverwaltung von Odessa, Serhij Lysak, auf Telegram mit. Russland hat nach eigenen Angaben seine nächtlichen Angriffe auf ukrainische Häfen fortgesetzt und dabei vier Schiffe getroffen. Ziele in den Häfen von Odessa und Tschornomorsk seien mit präzisionsgelenkten, luftgestützten Waffen und Kampfdrohnen angegriffen worden, teilt das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Die Ukraine hat in der Nacht nach Angaben aus Kiew 20 russische Schiffe im Schwarzen Meer mit Drohnen attackiert. Dabei seien 17 Öltanker, zwei Gastanker und ein Schlepper getroffen worden, teilt der Kommandeur der ukrainischen Drohnenstreitkräfte, Robert Browdi, auf Telegram mit. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.