Staatsschutz ermittelt gegen Bürgermeister wegen Timmy-Zoffs
Staatsschutz ermittelt gegen Bürgermeister

Der Staatsschutz ermittelt gegen den Bürgermeister von Timmendorfer Strand, Sven Partheil-Böhnke (57, FDP), im Zusammenhang mit dem toten Buckelwal Timmy. Die Staatsanwaltschaft Lübeck leitete ein Verfahren wegen des Anfangsverdachts des Vortäuschens einer Straftat und wegen Beleidigung ein. Die Vorwürfe stehen in Verbindung mit seiner Tätigkeit als Bürgermeister, weshalb die Abteilung Staatsschutz die Ermittlungen übernommen hat.

Hintergrund des Zoffs

Der Konflikt entzündete sich an der Rettung von Timmy, der Ende März erstmals vor Timmendorfer Strand strandete. Der Meeresbiologe Robert Marc Lehmann (43) eilte an die Ostsee und dokumentierte seine Rettungsversuche in sozialen Medien. Der Wal schwamm sich schließlich frei. Lehmann kritisierte später die weitere Rettungsaktion. Bürgermeister Partheil-Böhnke konterte, Lehmann sei nicht der Experte, auf den er gehofft hatte, und seine Prognosen seien zu 100 Prozent falsch gewesen. Zudem habe es Unstimmigkeiten zwischen Lehmann und dem Institut für terrestrische und aquatische Wildtierforschung (ITAW) gegeben.

Vorwurf des Hackerangriffs

Im Mai behauptete Partheil-Böhnke, sein Handy sei gehackt worden, und etwa 30 E-Mails seien unter seinem Namen verschickt worden. In diesen E-Mails wurde Lehmann wüst beschimpft, unter anderem als „absolut inkompetenter, selbstdarstellerischer Spinner“. Die Polizei ermittelte wegen einer möglichen Cyber-Attacke. Nun besteht der Verdacht, dass der Bürgermeister den Hackerangriff erfunden hat, um von den beleidigenden E-Mails abzulenken. „Es besteht ein Anfangsverdacht gegen den Bürgermeister von Timmendorfer Strand wegen des Vortäuschens einer Straftat“, sagte Staatsanwalt Martin Peterlein den Lübecker Nachrichten.

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Reaktion des Bürgermeisters

Das Bürgermeisterbüro teilte auf BILD-Anfrage mit, dass Partheil-Böhnke bis voraussichtlich 31. Juli 2026 nicht erreichbar sei. Die Ermittlungen dauern an.

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