Geplante Telefonkonferenz zur Deeskalation
Die USA, der Iran, Katar und Pakistan wollen Insiderangaben zufolge noch am Samstag eine gemeinsame Telefonkonferenz zur Deeskalation der Lage am Golf abhalten. Vermittler versuchen, das Gespräch zu organisieren, während sich der iranische Außenminister Abbas Araghchi im Oman aufhält, wie ein hochrangiger Insider der Nachrichtenagentur Reuters sagt. Araghchi führt in dem Golfstaat Gespräche über eine sichere Passage von Schiffen durch die Straße von Hormus. Die USA fordern eine öffentliche Zusage für einen freien und sicheren Transit durch die strategisch wichtige Meerenge.
Oberster iranischer Führer kündigt Rache an
Der oberste Führer des Iran, Ajatollah Mojtaba Chamenei, fordert Vergeltung für die Tötung seines Vaters und Vorgängers. Dies sei die „Forderung der Nation“ und müsse „sicherlich“ geschehen, heißt es in einer schriftlichen Botschaft auf seinem Telegram-Kanal. Anlass sind die Trauerfeiern für Ajatollah Ali Chamenei, der am 28. Februar bei US-israelischen Luftangriffen getötet wurde.
Reparaturen an Militärforschungsanlage vermutet
Satellitenbilder legen Forschern zufolge die Vermutung nahe, dass der Iran eine bekannte Militärforschungsanlage wieder aufbaut. Entsprechende Aktivitäten seien in den vergangenen Wochen etwa an dem Militärkomplex in Partschin zu sehen gewesen, wie das auf Nuklearthemen spezialisierte Institute for Science and International Security berichtet. Den Forschern zufolge war die Anlage zu Beginn des Krieges mehrfach getroffen worden. Nachdem Satellitenbilder anfangs Aufräumarbeiten zeigten, mehrten sich demnach in den vergangenen Wochen Hinweise auf dauerhafte Reparaturen. Dazu zählen mehrere Betonmischer und andere Vorrichtungen, um die Einschlaglöcher dauerhaft zu versiegeln. Teheran hatte sich in einem Rahmenabkommen mit den USA für ein Ende des Krieges verpflichtet, bei seinem Nuklearprogramm den „Status quo“ zu halten. Zudem verpflichtete sich der Iran, auf die Entwicklung von Atomwaffen zu verzichten. Irans Regierung selbst bestreitet, nach Atomwaffen zu streben.
Trump wirft Iran Morddrohungen vor
US-Präsident Donald Trump hat dem Iran vorgeworfen, ein Attentat auf ihn zu planen. „1000 Raketen sind schussbereit und auf die Islamische Republik Iran gerichtet, und Tausende weitere werden unmittelbar folgen, sollte die iranische Regierung ihre in vielen Teilen der Welt ausgesprochene Drohung wahr machen, den amtierenden Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, in diesem Fall MICH, zu ermorden oder das zu versuchen“, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. „Die Befehle wurden bereits erteilt, und das US-Militär ist bereit, willens und in der Lage, innerhalb eines Jahres, vorbehaltlich einer Verlängerung, alle Gebiete des Iran vollständig zu dezimieren und zu zerstören“, so Trump weiter.
USA fordern Öffnung der Straße von Hormus
Die USA fordern Medienberichten zufolge ein Bekenntnis des Irans zu einer freien und sicheren Schifffahrt in der Straße von Hormus. Bis Samstag solle die iranische Führung öffentlich versichern, dass die Meerenge offen sei und der Iran von Angriffen auf Handelsschiffe absehe, schrieben unter anderem das Portal „Axios“ und das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf US-Regierungsbeamte. Die Botschaft sei dem Iran direkt und über die Vermittler überbracht worden. Welche Konsequenzen der iranischen Führung drohen, sollte sie der Forderung nicht nachkommen, blieb zunächst unklar. Die USA hatten in den vergangenen Tagen Ziele im Iran angegriffen und das mit Angriffen auf Handelsschiffe begründet.
Waffenruhe beendet, aber Gespräche möglich
US-Präsident Donald Trump hatte am Freitag das Ende der Waffenruhe im Iran-Krieg bekräftigt. Zugleich ließ er die Tür für Gespräche weiter offen. Trump schrieb dazu, Teheran habe um eine Fortführung von Gesprächen gebeten, und die USA hätten zugestimmt. Das Wort Gespräche setzte Trump in Anführungszeichen. Die USA stimmen nach Angaben von Präsident Donald Trump weiteren Gesprächen mit dem Iran zu. Die Regierung in Teheran habe darum gebeten, die Verhandlungen fortzusetzen, sagt Trump. Gleichzeitig betont er, dass die Waffenruhe zwischen den beiden Ländern beendet sei. Dies sei dem Iran unmissverständlich mitgeteilt worden.
Vermittler aus Katar im Iran
Unterhändler Katars halten sich Insidern zufolge zu Gesprächen im Iran auf, um in dem Konflikt mit den USA zu vermitteln und die Voraussetzungen für neue Verhandlungen zu schaffen. Die Gespräche würden in Abstimmung mit den USA geführt, sagt eine mit der Situation vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Dabei solle es unter anderem um die Umsetzung des Rahmenabkommens zwischen den USA und dem Iran gehen. Zudem solle über die Gründe für die jüngste Eskalation zwischen beiden Seiten gesprochen werden, wie etwa über den Streit über die Schifffahrt in der Straße von Hormus. Katar und Pakistan vermitteln seit Monaten in dem Konflikt und waren auch an der Verständigung auf das Rahmenabkommen zur Beendigung des Krieges beteiligt.
Iran signalisiert Verhandlungswillen
Trotz der kürzlichen US-Angriffe gegen den Iran arbeitet Teheran laut pakistanischen Sicherheitskreisen an einer diplomatischen Lösung des Konflikts mit Washington. Die iranische Seite habe den Vermittlerstaat Pakistan gebeten, den USA Verhandlungswillen zu signalisieren, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur von gut informierten Quellen in Islamabad. Es sei auf verschiedenen Kanälen zwischen den Nachbarländern gesprochen worden. Unter anderem soll ein Gespräch zwischen dem iranischen Außenminister Abbas Araghtschi und Pakistans mächtigem Armeechef Asim Munir bis spät in die Nacht am Donnerstag gedauert haben, hieß es weiter. Die iranische Seite habe auch von Unsicherheit darüber gesprochen, wie sich Hardliner-Fraktionen im Land zukünftig verhalten werden.
Spritpreise steigen deutlich
Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran lassen die Spritpreise deutlich steigen. Zum ersten Mal seit Mitte Mai kostete Diesel im bundesweiten Tagesdurchschnitt wieder mehr als 2 Euro pro Liter, wie der ADAC mitteilt. Auch Benzin verteuerte sich deutlich. Der Diesel-Durchschnittspreis vom Donnerstag lag bei 2,012 Euro. Das waren 4,2 Cent mehr als noch am Mittwoch. Blickt man bis zum Anfang der Woche – vor der jüngsten Eskalation – zurück, ergibt sich ein Anstieg von 6,2 Cent.
Israel warnte vor iranischem Mordkomplott
Israel hat die US-Regierung Berichten zufolge vor iranischen Plänen zur Ermordung von Präsident Donald Trump gewarnt. Der Warnung zufolge habe die Führung in Teheran den Plan erst kürzlich ausgearbeitet, berichteten der Sender CNN und das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf ungenannte Quellen. Die US-Regierung habe derlei Warnungen zuletzt häufig erhalten, wie CNN unter Berufung auf einen US-Beamten berichtete. Die Warnung aus Israel sei aber neu und habe auch einen konkreten Anschlagsplan beinhaltet. Details zu dem Plan waren zunächst nicht bekannt.
Technische Gespräche laufen weiter
Trotz der Angriffe gegen den Iran arbeiten Washington und Teheran laut der US-Regierung weiter an einer diplomatischen Lösung des Konflikts. „Die Vereinigten Staaten setzen sich weiterhin für eine Lösung ein, und die technischen Gespräche laufen weiter“, sagte ein Regierungsbeamter der Deutschen Presse-Agentur. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass das Verhalten der iranischen Führung einen Verstoß gegen das Rahmenabkommen „inakzeptablen Ausmaßes“ darstelle.
Schiffsverkehr in der Straße von Hormus fast zum Erliegen gekommen
Der Schiffsverkehr durch die strategisch wichtige Straße von Hormus ist am Donnerstag nach der jüngsten militärischen Eskalation zwischen den USA und dem Iran nahezu vollständig zum Stillstand gekommen. Lediglich zwei Tanker passierten in den frühen Morgenstunden Schiffsdaten und Branchenkreisen zufolge die Meerenge. Dabei handelte es sich um den unter US-Sanktionen stehenden iranischen Rohöl-Supertanker „Berg 1“ sowie den unter der Flagge der Marshallinseln fahrenden Chemikalientanker „Well Sail“. „Der Tankerverkehr durch die Straße von Hormus ist im Wesentlichen zum Erliegen gekommen, was im Moment mehr über die Risikowahrnehmung aussagt als jede Erklärung aus Washington oder Teheran“, erklärte Jorge Leon, Leiter der geopolitischen Analyse beim Beratungsunternehmen Rystad Energy. Etwa ein Fünftel der weltweiten Öllieferungen wurde vor dem Ausbruch des offenen Konflikts durch die Straße von Hormus transportiert. In den vergangenen zwei Wochen war der Verkehr zwar wieder auf durchschnittlich 40 Schiffe pro Tag gestiegen, lag damit jedoch immer noch weit unter dem Vorkriegsniveau von täglich 125 bis 140 Schiffen.
Iran greift US-Stützpunkte an
Der Iran hat am Donnerstag nach eigenen Angaben US-Militäreinrichtungen in benachbarten Golfstaaten angegriffen und damit das vor drei Wochen vereinbarte Waffenstillstandsabkommen an den Rand des Scheiterns gebracht. Die Angriffe erfolgten als Reaktion auf US-Luftschläge gegen iranische Küsten- und Ostprovinzen am Mittwoch. Die iranische Armee teilte über staatliche Medien mit, sie habe US-Patriot-Systeme in Kuwait, eine Frühwarnstation in Katar sowie ein Treibstofflager der US-Armee in Bahrain mit Drohnen attackiert. Eine Person sei in Kuwait durch herabfallende Trümmerteile verletzt worden.



