Tour de Trump: Wie Donald Trump den Radsport revolutionieren wollte
Tour de Trump: Trumps verrückter Plan für den Radsport

1989 wagte Donald Trump einen der kühnsten Angriffe auf die etablierte Sportwelt: Er gründete die Tour de Trump, ein Radrennen, das die berühmte Tour de France in den Schatten stellen sollte. Der heutige US-Präsident, damals bereits ein bekannter Immobilienmogul, wollte mit seinem eigenen Rennen die Krone des Radsports erobern. Doch der Plan war selbst für ihn zu verrückt – und endete im Fiasko.

Die Idee: Ein Rennen, das die Welt verändert

Radrennen werden üblicherweise nach Ländern, Regionen, Städten oder Firmen benannt. Doch Trump durchbrach diese Tradition, indem er sein eigenes Rennen nach sich selbst benannte. Die Tour de Trump sollte nicht nur ein weiteres Rennen sein, sondern die größte und prestigeträchtigste Veranstaltung im Radsport. Trump selbst erklärte damals: „Wir werden die Tour de France übertrumpfen. Das wird das größte Radrennen der Welt.“ Die erste Austragung startete im Mai 1989 in Albany, New York, und führte über mehrere Etappen durch den Nordosten der USA.

Der Aufbau: Mit viel Geld und noch mehr Ego

Trump investierte massiv in das Projekt. Er sicherte sich Sponsoren, darunter seine eigenen Casinos in Atlantic City, und lockte bekannte Fahrer an. Die Tour de Trump war als Etappenrennen konzipiert, das durch malerische Landschaften und große Städte führte. Die Hoffnung: Millionen Zuschauer an der Strecke und hohe Einschaltquoten im Fernsehen. Doch die Realität sah anders aus. Die Zuschauerzahlen blieben hinter den Erwartungen zurück, und die Medienberichterstattung war verhalten. „Es war ein typisches Trump-Projekt: groß angekündigt, aber schlecht durchdacht“, sagte ein ehemaliger Organisator später.

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Der Niedergang: Finanzielle Verluste und Skandale

Bereits nach der ersten Austragung wurde klar, dass die Tour de Trump nicht profitabel war. Die Kosten explodierten, während die Einnahmen aus Sponsoring und TV-Rechten gering blieben. Trump musste 1990 eine zweite Austragung finanzieren, die jedoch noch weniger Beachtung fand. Hinzu kamen Dopingvorwürfe gegen einige Fahrer, die das Image des Rennens weiter beschädigten. 1991 übernahm der US-amerikanische Radsportverband das Rennen und benannte es in Tour de Trump um, später in Tour de America. Doch der Zauber war verflogen. Das Rennen wurde eingestellt, nachdem Trump sich aus dem Projekt zurückzog.

Das Vermächtnis: Ein gescheiterter Traum

Die Tour de Trump ist heute weitgehend vergessen. Sie gilt als eines der kuriosesten Kapitel in der Geschichte des Radsports – und als frühes Beispiel für Trumps Hang zur Selbstvermarktung und seine Neigung zu überambitionierten Projekten. „Es war ein Lehrstück dafür, dass man mit Geld allein nicht die Herzen der Menschen gewinnen kann“, kommentierte ein Sportjournalist. Dennoch zeigt die Episode, wie Trump schon vor seiner politischen Karriere versuchte, die Welt nach seinen Vorstellungen zu formen – auch wenn der Plan scheiterte.

Die Lehren: Größenwahn trifft auf Realität

Die Tour de Trump bleibt eine Anekdote, die heute noch Staunen hervorruft. Sie illustriert, wie Trump mit einem Mix aus Selbstbewusstsein und finanziellen Mitteln versuchte, eine etablierte Institution wie die Tour de France herauszufordern. Dass er scheiterte, lag nicht nur an organisatorischen Mängeln, sondern auch an der fehlenden Wertschätzung für die Tradition des Radsports. Die Tour de France hat über 100 Jahre Geschichte und eine tiefe Verwurzelung in der europäischen Kultur – etwas, das Trump mit einem auf seinen Namen getauften Rennen nicht übertrumpfen konnte.

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