Washington. US-Präsident Donald Trump hat mit einem Vorstoß zur Erhebung einer Maut in der Straße von Hormus für erhebliche Irritationen gesorgt – und sich damit gegen die eigenen Leute gestellt. Wochenlang hatten Außenminister Marco Rubio und Vizepräsident JD Vance beteuert, in der strategisch wichtigen Seestraße dürfe niemand der internationalen Schifffahrt eine Maut abknöpfen. Nun ordnete der Präsident selbst das Gegenteil an, wie ein Kommentar von Dirk Hautkapp, Korrespondent in Washington, zeigt.
Der Plan: USA als teurer Türsteher des Welthandels
Trump schlug vor, die Vereinigten Staaten als eine Art Türsteher des Welthandels auftreten zu lassen. Öltanker sollten eskortiert werden, dafür sollten die USA 20 Prozent Schutzgeld kassieren. Der Plan, militärisch die sichere Einladung für iranische Vergeltung in der Region, scheiterte jedoch schon im Frühstadium. Am Dienstagmorgen zog Trump zurück.
Seine Behauptung, Golfstaaten würden statt Maut zu zahlen massiv in den USA investieren, wirkt wie eine Notlüge. Eher wurde hier eine Schnapsidee umgehend begraben. Wie viele Kriegsschiffe samt Drohnenüberwachung und Raketenabwehr wären für den Maut-Plan nötig gewesen? Eben, so der Kommentar.
Politische Signale und Konsequenzen
Noch gravierender wäre das politische Signal gewesen. Aus „America First“ wird „America kassiert zuerst“? Der Präsident präsentiert militärischen Schutz nicht mehr als Bündnisleistung, sondern als Geschäftsmodell. Sicherheit wird zur Ware, die nur bekommt, wer zahlt. Gerade im Persischen Golf, wo jede Fehleinschätzung immense Kollateralschäden auslösen kann, ist das ein törichtes Spiel.
Außenpolitik lebt von Berechenbarkeit. Trumps schnell beerdigter Vorstoß produziert das Gegenteil: Verwirrung bei Verbündeten, neue Angriffsflächen für Gegner und Zweifel daran, ob im Weißen Haus noch halbwegs Verstand ansässig ist. Der Kommentar von Dirk Hautkapp beschreibt dies als „Chaos-Präsidentschaft pur“.



