US-Präsident Donald Trump hat dem Iran erneut mit massiven Angriffen auf die zivile Infrastruktur gedroht, sollten die Verhandlungen zwischen beiden Ländern scheitern. In einem Interview mit dem US-Sender Fox News sagte Trump am Dienstag: „Nächste Woche wird es für sie richtig schlimm, denn nächste Woche sind die Kraftwerke dran. Nächste Woche sind die Brücken dran.“ Er fügte hinzu: „Wir werden alle ihre Kraftwerke ausschalten. Wir werden alle ihre Brücken ausschalten, es sei denn, sie setzen sich an den Tisch und verhandeln.“
Hintergrund der Eskalation
Die Drohung erfolgte unmittelbar nachdem die US-Armee bekannt gegeben hatte, dass sie die vierte Nacht in Folge Ziele im Iran angegriffen habe. Zudem nahm das US-Militär die Seeblockade gegen iranische Häfen im Machtkampf um die strategisch wichtige Straße von Hormus wieder auf. Auf die Frage, wie lange die Luftangriffe andauern würden, antwortete Trump: „Sie werden so lange weitergehen, bis ich sage, dass es genug ist.“
Mindestens zehn Drohungen seit Jahresbeginn
Eine Recherche im dpa-Archiv förderte mindestens neun weitere Äußerungen von Trump seit Januar 2026 zutage, bei denen er mit der Vernichtung des Landes oder seiner Infrastruktur drohte. Angesichts der hohen Frequenz und der oft unspezifischen Formulierungen gibt es keine Garantie auf Vollständigkeit. Bisher hat Trump seinen Worten jedoch keine Taten folgen lassen. Die erneute Drohung ist somit die mindestens zehnte ihrer Art.
Auswirkungen auf die Region
Die Lage im Nahen Osten war zuvor wieder eskaliert, der Ölpreis stieg erneut an. Mitte Juni hatten die USA und der Iran unter pakistanischer Vermittlung ein Rahmenabkommen unterzeichnet, das innerhalb von 60 Tagen zu einem Friedensabkommen führen sollte. Doch die brüchige Waffenruhe zwischen Washington und Teheran erklärte Trump in der vergangenen Woche für beendet. Analysten befürchten, dass eine weitere Eskalation die gesamte Region destabilisieren und die globalen Energiemärkte schwer belasten könnte.



