US-Präsident Donald Trump hat erneut Strafzölle auf die Einfuhr von Arzneimitteln angekündigt und damit die Pharmabranche unter Druck gesetzt. In einem Beitrag auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social am frühen Mittwochmorgen drohte er mit Sonderabgaben auf Generika: Ab Sommer 2028 sollen zunächst für ein Jahr Zölle in Höhe von 100 Prozent fällig werden, danach solle der Satz auf 200 Prozent steigen.
Hintergrund: Generika und ihre Herkunft
Generika sind Nachahmermedikamente, die patentfreien Markenpräparaten gleichen und in der Regel deutlich günstiger sind. Rund 90 Prozent dieser Medikamente werden in China und Indien produziert. Die Produktpalette reicht von Schmerzmitteln und Antibiotika bis hin zu Cholesterinsenkern und Krebsmedikamenten. Trump wirft den Herstellern vor, mit günstigerer Produktion im Ausland den Wettbewerb zulasten von US-Firmen zu verzerren.
Trumps Ziel: Produktion in die USA verlagern
Mit der Ankündigung will Trump Unternehmen dazu bewegen, rechtzeitig vor Inkrafttreten der Sonderabgaben ihre Produktion in die USA zu verlagern. „Wer sich dagegen entscheide, Produktionsstätten in den USA zu errichten, werde bestraft“, drohte er, ohne jedoch Einzelheiten zu nennen. Der Republikaner ließ in seinem Post auch offen, auf welche gesetzliche Grundlage er sich bei den angedrohten Zöllen berufen will.
Auswirkungen auf die Pharmabranche
Die Ankündigung Trumps könnte weitreichende Folgen für den globalen Pharmamarkt haben. Experten warnen vor steigenden Medikamentenpreisen in den USA, falls die Zölle tatsächlich erhoben werden. Gleichzeitig sehen sie die Gefahr von Engpässen, falls Produktionsverlagerungen nicht rechtzeitig gelingen. Die europäische Pharmaindustrie, insbesondere in Deutschland, beobachtet die Entwicklung mit Sorge.
Reaktionen aus der Industrie
Branchenverbände äußerten sich kritisch zu Trumps Plänen. Ein Sprecher des Bundesverbands der Pharmazeutischen Industrie (BPI) sagte: „Die angekündigten Zölle sind ein massiver Eingriff in den Welthandel und könnten die Versorgungssicherheit in den USA gefährden.“ Auch in Indien und China, den Hauptproduktionsländern für Generika, sorgt die Ankündigung für Unruhe.
Zeitplan und weitere Schritte
Trump setzt mit seiner Drohung die Pharmakonzerne unter Zeitdruck: Bis Sommer 2028 bleiben nur noch knapp zwei Jahre, um Produktionsstätten in den USA aufzubauen oder Alternativen zu finden. Ob die Zölle tatsächlich umgesetzt werden, bleibt jedoch ungewiss. Der US-Präsident hat in der Vergangenheit mehrfach mit Strafzöllen gedroht, ohne sie stets in die Tat umzusetzen.



