Trump droht Staatsanwältin Pirro nach Reflecting-Pool-Debakel mit Rauswurf
Trump droht Pirro nach Pool-Debakel mit Rauswurf

Der Streit um den beschädigten Reflecting Pool in Washington, D.C., könnte für die zuständige Staatsanwältin Jeanine Pirro ein berufliches Nachspiel haben. US-Präsident Donald Trump hat sich öffentlich von seiner eigenen Justizbeamtin distanziert und ihr Versagen vorgeworfen. Laut einem Bericht des Senders CNN könnte Pirro sogar ihren Job verlieren.

Trump: „Sie hat es vermasselt“

Bei einer Pressekonferenz am Montag (Ortszeit) ließ Trump keinen Zweifel an seiner Unzufriedenheit: „Ich glaube, sie hat es vermasselt… Ich weiß auch nicht, was zum Teufel da passiert ist.“ Damit reagierte er auf die Entscheidung von Pirro und ihrem Stellvertreter Michael Spence, die Klage der Regierung gegen den 67-jährigen ehemaligen Olympia-Kanuten David Hearn fallen zu lassen. Die Klage war Teil von Trumps Bemühungen, den Schaden am Lincoln Memorial Reflecting Pool als Vandalismus zu brandmarken.

Das Justizministerium hatte zuvor eingeräumt, dass der Schaden durch Installationsfehler bei der Renovierung entstanden sei – nicht durch mutwillige Zerstörung. Trump widerspricht dieser Darstellung bis heute und beharrt auf seiner Vandalismus-Theorie. In einer 20-seitigen Gerichtsakte, die am vergangenen Freitag eingereicht wurde, baten Pirro und Spence einen Richter jedoch, die Anklage gegen Hearn fallen zu lassen.

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„Eingeknickt wie ein Regenschirm“

Trump zeigte sich enttäuscht über seine eigene Staatsanwältin: „Ich bin sehr enttäuscht von Jeanine Pirro. Sie ist eingeknickt wie ein Regenschirm.“ Das englische Wort „to fold“ spielt dabei auf ihre vermeintliche Nachgiebigkeit an. Laut CNN fühlt sich Trump von Pirro hintergangen. Zwei Quellen aus dem Umfeld des Präsidenten berichten, dass er bereits am Wochenende seinen Unmut über sie verbreitet habe. Eine Entlassung scheint demnach nicht ausgeschlossen.

Die Affäre um den Reflecting Pool hat sich zu einem Prestigeprojekt für Trump entwickelt. Das 600 Meter lange Becken am Lincoln Memorial ließ er mit blauer Farbe beschichten, die er „American Flag Blue“ taufte. Die Aktion sollte Teil der Feierlichkeiten zum 250. Jubiläum der Unabhängigkeitserklärung am 4. Juli sein. Doch als das Becken im Juni gefüllt wurde, bildeten sich schnell Algenblüten, die das Wasser grün färbten und die Farbe abblätterte.

Spott und Häme

Das Desaster wurde zum geflügelten Wort in den sozialen Medien. Nutzer spotteten über die „Straße des warmen Schleims“ („Strait of Warm Ooze“) – eine Anspielung auf die Straße von Hormus, die durch den von Trump begonnenen Irankrieg ins Zentrum der Weltwirtschaft geriet. Auch die Kosten der misslungenen Renovierung sorgen für Kritik. Offizielle Zahlen nannte das Weiße Haus nicht, doch Medienberichten zufolge beliefen sich die Ausgaben auf mehrere Millionen Dollar.

Trump versucht nun, sich von dem Bauunternehmen zu distanzieren, das die Arbeiten ausführte. Am Montag erklärte er, er „kenne“ die Firma nicht – obwohl er noch im April gesagt hatte: „Ich hab da jemanden, der ist unglaublich gut im Umgang mit Schwimmbecken. Er hat es sich angesehen und mich angerufen.“ Diese Kehrtwende wirft Fragen auf, ob Trump versucht, seine eigene Verantwortung für das Debakel zu verschleiern.

Hintergrund: Der Fall Hearn

David Hearn, ein ehemaliger Profisportler und Olympiateilnehmer, war von der Trump-Regierung beschuldigt worden, das Becken mutwillig beschädigt zu haben. Die Anschuldigungen erwiesen sich jedoch als haltlos, nachdem das Justizministerium eigene Ermittlungen eingestand. Pirro und Spence zogen daraufhin die Konsequenzen und beantragten die Einstellung des Verfahrens. Ob Trump diesen Schritt akzeptiert, ist ungewiss. Die politischen Folgen könnten weitreichend sein, da der Reflecting Pool zu einem Symbol für Trumps Umgestaltung Washingtons geworden ist.

Bereits in der Vergangenheit hatte Trump mehrfach Justizbeamte entlassen, wenn sie seinen Erwartungen nicht entsprachen. Sollte Pirro tatsächlich gehen müssen, wäre dies ein weiteres Beispiel für die Politisierung des Justizsystems unter Trump. Kritiker werfen ihm vor, die Unabhängigkeit der Justiz zu untergraben, während Unterstützer argumentieren, der Präsident habe das Recht, auf Fehlverhalten zu reagieren.

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Die Entscheidung über Pirros Zukunft könnte bereits in den kommenden Tagen fallen. Das Weiße Haus hat sich bislang nicht offiziell geäußert, doch die Signale aus dem Umfeld des Präsidenten sind eindeutig. Der Druck auf die Staatsanwältin wächst, und die Affäre um den Reflecting Pool ist noch lange nicht ausgestanden.