Die US-Regierung verschärft ihren handelspolitischen Kurs drastisch: Präsident Donald Trump hat neue Strafzölle auf Importe aus rund 60 Ländern angekündigt. Die zusätzlichen Abgaben in Höhe von zehn bis 12,5 Prozent sollen ab Freitag auf ausgewählte Produkte erhoben werden. Das Büro des US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer bestätigte die Maßnahme am Donnerstag.
Betroffene Länder und Produkte
Unter den betroffenen Nationen befinden sich neben der Europäischen Union auch Japan, Taiwan und die Schweiz. Die neuen Zölle gelten nicht pauschal für alle Waren, sondern lediglich für bestimmte Produktkategorien. Welche Güter genau betroffen sind, wurde zunächst nicht im Detail aufgeschlüsselt. Ausgenommen sind laut US-Regierung Waren, die bereits verschifft wurden und vor dem 28. Juli in den USA abgefertigt werden.
Begründung: Unzureichende Maßnahmen gegen Zwangsarbeit
Als offizielle Begründung für die Strafzölle nennt Washington unzureichende Maßnahmen der betroffenen Länder gegen Zwangsarbeit. Die US-Regierung wirft den Handelspartnern vor, nicht genug gegen erzwungene Arbeitsverhältnisse zu unternehmen. „Die Vereinigten Staaten werden nicht länger tatenlos zusehen, während Zwangsarbeit in globalen Lieferketten toleriert wird“, erklärte ein Sprecher des Handelsbeauftragten.
Reaktionen und Auswirkungen
Die Ankündigung sorgt international für Empörung. Die EU-Kommission kündigte an, die Maßnahmen zu prüfen und gegebenenfalls Gegenmaßnahmen zu ergreifen. „Wir bedauern die Entscheidung der USA zutiefst und werden unsere Interessen entschlossen verteidigen“, hieß es aus Brüssel. Auch Japan und die Schweiz zeigten sich verärgert. Die neuen Zölle könnten den transatlantischen Handel erheblich belasten und zu einer weiteren Eskalation der Handelskonflikte führen.
Wirtschaftsexperten warnen vor negativen Folgen für die globale Konjunktur. „Solche protektionistischen Maßnahmen schaden letztlich allen Seiten“, sagte der Handelsexperte Prof. Dr. Michael Schmidt von der Universität München. Die USA hätten bereits in der Vergangenheit Strafzölle verhängt, etwa auf Stahl und Aluminium, was zu Vergeltungsmaßnahmen geführt habe.
Hintergrund: Trumps Handelsagenda
Präsident Trump verfolgt seit seinem Amtsantritt eine aggressive Handelspolitik mit dem Slogan „America First“. Er hat wiederholt multilaterale Abkommen infrage gestellt und setzt auf bilaterale Verhandlungen. Die neuen Zölle sind Teil dieser Strategie, die darauf abzielt, US-amerikanische Arbeitsplätze zu schützen und Handelsdefizite zu reduzieren. Kritiker bemängeln jedoch, dass die Maßnahmen gegen WTO-Regeln verstoßen könnten.



