US-Präsident Donald Trump hat ein weiteres umstrittenes Bauprojekt in Washington D.C. angekündigt. Neben dem bereits geplanten Mega-Triumphbogen und dem Ballsaal am Weißen Haus soll nun eine neue Flaniermeile entstehen, die nach ihm benannt werden könnte. Die sogenannte „Trump-Promenade“ soll das Lincoln-Denkmal mit dem nahegelegenen Potomac-Fluss verbinden.
Ankündigung im Oval Office
Am Donnerstag verkündete Trump im Oval Office die Pläne für die neue Flaniermeile. „Sie wollen es die Trump-Promenade nennen“, sagte der 79-Jährige. „Ich weiß nicht, ob ich das will, aber es wird wunderschön werden“, fügte er hinzu. Das Lincoln-Denkmal ist eine der meistbesuchten Attraktionen der US-Hauptstadt. In dem tempelartigen Gebäude befindet sich eine Marmorstatue des sitzenden Abraham Lincoln, der während des Bürgerkriegs von 1861 bis zu seiner Ermordung 1865 Präsident war.
Wiederbelebung eines ursprünglichen Entwurfs
Laut Trump würde das Projekt den ursprünglich geplanten Entwurf des Denkmals wiederbeleben. Die Flaniermeile sei immer schon beabsichtigt gewesen. „Das Lincoln Memorial – die Vorderseite sollte die Rückseite sein. Die Rückseite sollte die Vorderseite sein“, zitierte ihn CNN. „Es wurde nie gebaut, weil man später zwei Straßen dahinter baute und so den Zugang zum Wasser abschnitt.“
Weitere spektakuläre Bauprojekte
Die „Trump-Promenade“ ist nur eines von vielen Bauprojekten, die Trump seit seiner zweiten Amtseinführung unter dem Vorwand der Vorbereitungen für den 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeit vorangetrieben hat. Befürworter sprechen von einer Verschönerung der Hauptstadt, Kritiker dagegen von kostspieligen Prestigeprojekten, die Auflagen zum Denkmalschutz umgehen würden.
Auf der anderen Seite des Potomac-Flusses soll ein riesiger Triumphbogen entstehen. Mit 76 Metern Höhe wäre er fast drei Mal so hoch wie das Brandenburger Tor in Berlin und anderthalb Mal so hoch wie der Pariser Triumphbogen. Gegner haben den Entwurf spöttisch als „Arc de Trump“ bezeichnet. Am Weißen Haus ließ Trump den historischen Ostflügel abreißen, um an dessen Stelle einen überdimensionierten Ballsaal zu bauen.
Kontroversen um Namensgebung und Sanierung
Zudem ließ der Präsident seinen Namen an einer Reihe von Gebäuden anbringen, darunter das Friedensinstitut in der US-Hauptstadt und das Kulturzentrum Kennedy Center. Ein Gericht ordnete jedoch an, dass der Name „Trump“ von der Fassade des Kennedy-Centers wieder verschwinden muss, da der Kongress die Umbenennung hätte billigen müssen.
Für Schlagzeilen sorgte auch die Sanierung des „Reflecting Pools“, des Wasserbeckens zwischen dem Lincoln-Denkmal und dem Washington Monument. Auf Trumps Anweisung wurde das Becken entleert und sein Boden in einem Farbton gestrichen, den der Präsident als „American flag blue“ bezeichnet. Trump erklärte, ausländische Gäste hätten den Zustand des Beckens kritisiert. Die unabhängige US-Stiftung für Kulturlandschaften (TCLF) verklagte Trump, weil er „den historischen Charakter“ des traditionell grauen Wasserbeckens zerstöre. Trump entgegnete, das 1922 eingeweihte Becken habe „immer geleckt“. Laut der „New York Times“ änderten die Arbeiten nichts an diesem Problem, da die lecken Zuflussleitungen nicht ausgetauscht würden. Zudem explodierten die Kosten: Das Projekt sei nun mit 13,1 Millionen Dollar veranschlagt – fast neun Mal so viel wie von Trump angegeben.



