Trumps 80. Geburtstag: Schlägerei statt Rosen – Deal mit Iran?
Trumps 80. Geburtstag: Schlägerei statt Rosen – Deal mit Iran?

Trumps 80. Geburtstag: Schlägerei statt Rosen – Deal mit Iran?

Heute geht es um Trumps Geburtstagsparty und ein mögliches Abkommen mit Iran, um das erste Spiel der deutschen Nationalmannschaft und um den Konflikt zwischen der AfD und einer linken Hochschultruppe.

Klein und groß: Mal Hand aufs Herz: Werden Sie dieses Wochenende durchkommen, ohne irgendwo im Familien-, Freundes- oder Kneipenkreis den Spruch von den vermeintlichen Fußballzwergen zu bringen? Die Pseudo-Weisheit, dass es keine Kleinen mehr im Fußball gibt? Wir werden sehen.

Wenn Deutschland am Sonntag bei der Männer-Fußball-WM zum ersten Spiel antritt und im texanischen Houston gegen die Mannschaft von Curaçao aufläuft, dann brauchen Sie Fachwissen, um die Phrasenfalle zu meiden. Zum Beispiel, dass die Karibikinsel Curaçao erstmals bei einer WM dabei ist; dass sie autonomer Teil der Niederlande ist; dass sie flächenmäßig nur ein wenig größer ist als Köln. Und dass die Mannschaft einen richtig schnellen Flügelstürmer hat. Die Kollegen aus dem Sportressort haben Curaçao auf Platz 48 der WM-Teilnehmer gerankt – den letzten Platz. Aber wie sagte gestern ein Kollege in der Morgenkonferenz: Beim Stichwort Niederlande sollten die deutschen Fußballer aufpassen. Es gibt ja keine Kleinen mehr im Fußball.

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Club der 80er

Als der Kanzler Konrad Adenauer seinen 80. Geburtstag feierte, drückte die Bundespost mit Rosenmotiven verzierte Sonderstempel auf die Briefe, die Bundeswehr spielte ein Ständchen und die Geschenke wurden im Bonner Kabinettssaal gelagert. Am Sonntag ist es bei Donald Trump so weit: Nach Joe Biden ist er dann der zweite US-Präsident, der den 80. während seiner Amtszeit erreicht.

Aber Trump pfeift wohl auf Sonderstempel. Er hat vorm Weißen Haus eine Arena aufbauen lassen für einen Wettbewerb im sogenannten Ultimate Fighting. In einem achteckigen Käfig werden Kämpfer vor 4500 Gästen aufeinandertreffen: Treten, würgen, werfen. Blut wird fließen. Der eine bekommt Rosen, der andere eine Schlägerei. Dünn ist der Lack der Zivilisation.

Seinen enttäuschten Wählern und sich verspricht Donald Trump seit Wochen einen Deal mit Iran, um den Krieg endlich zu beenden. Wird es nun tatsächlich was werden – quasi als Geburtstagsgeschenk? Pakistans Premierminister, der zwischen Iran und den USA vermittelt, behauptet, ein von allen Seiten abgestimmter Text sei erreicht. Trump selbst raunt über ein Rahmenabkommen schon am Wochenende. Und: Zum Greifen nah sei es, heißt es von den Islamisten aus Teheran. Das kann alles und nichts bedeuten. Also abwarten.

Friedrich Merz übrigens hat Trump einen handschriftlichen Brief zum Geburtstag geschrieben, der im Weißen Haus von einem Boten überreicht werden soll. Es ist nicht bekannt, ob der Umschlag mit einer Rose verziert ist.

Stress an der Uni

Ein SDS-Kongress in Berlin sorgt für Aufregung. Wer jetzt denkt, SDS und Berlin, da war doch was: die Achtundsechziger, Rudi Dutschke und so? Der liegt falsch. Denn SDS steht nicht mehr für den Sozialistischen Deutschen Studentenbund von einst, sondern für den Sozialistisch-Demokratischen Studierendenverband (SDS), die Hochschultruppe der Linkspartei. Der Verband ist nicht unumstritten; ähnlich wie bei der Mutterpartei sehen Kritiker auch hier ein Antisemitismusproblem.

Während Dutschke und sein SDS unter anderem gegen alte Nazis und die Notstandsgesetze kämpften, wird der SDS der Linken sich an diesem Wochenende auf einem Kongress unter anderem mit der AfD und dem neuen Rechtsextremismus beschäftigen. Motto: „Take back the Future.“ Das aber passt offenbar der AfD nicht. Deren Berliner Landesverband hatte durch eine Anwaltskanzlei vor wenigen Tagen in einem als „Hinweis- und Warnschreiben“ betitelten Brief Beschwerde eingereicht. Darin beruft man sich auf das Gebot staatlicher Neutralität. Denn der Kongress findet in den Räumen der TU Berlin statt. Mutmaßlich wegen dieses Briefes auf Geheiß der AfD wollte die Uni einzelne Programmpunkte des Kongresses gestrichen oder umformuliert haben. Gestern schließlich der Kompromiss: Der Kongress findet statt, aber man habe zugestimmt, vier Programmpunkte außerhalb der TU zu veranstalten, teilte der SDS mit. Dabei geht es um Veranstaltungen, die sich kritisch mit der AfD befassen.

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Man könnte das für einen kleinteiligen, unbedeutenden Streit halten. Oder einen Beleg dafür, wie die AfD juristische Mittel als politisches Instrument einsetzt, um andere einzuschüchtern.

Gewinnerin des Tages

… ist die Feierlaune, denn atemlos zieht sie durch diesen Samstag. Da startet das BSW in Magdeburg eine eigene Weltmeisterschaft. „Unsere WM 2026: Weg mit Merz“, heißt das Spektakel. Es geht um einen „unfähigen Cheftrainer“ und eine „zerstrittene Mannschaft“. Das Leben ist ein Fußballspiel. Weiter geht’s beim Berliner „Anti-Wehrpflicht-Festival“ mit Linkenfraktionschefin Heidi Reichinnek unter dem Motto: „Unfollow Bundeswehr.“ Dickes Like aus Moskau.

Und noch mal Bundeswehr: Friedrich Merz guckt beim feierlichen Gelöbnis von 130 Rekruten in Medebach zu, bei ihm im Sauerland. Nebenan in Niedersachsen ist die Trump-Jugend zu Gast bei den Kameraden von der „Generation Deutschland“ (aka AfD-Jugend), die ein „Sturmfest“ feiern.

In London machen sie eine Parade zum Geburtstag des Königs, dabei wissen Insider, dass Charles Mountbatten-Windsor erst im November Geburtstag hat, aber im November ist das Wetter doof. Um die Ecke in Maidstone findet die Weltmeisterschaft im Sahnetortenwerfen statt, derweil machen die Toten Hosen Krach in Stuttgart. Und wir sind jetzt am Samstagabend angelangt: Helene Fischer singt im Berliner Olympiastadion.

Die jüngsten Meldungen aus der Nacht: Steinbrück regt neue Strategie im Umgang mit der AfD an. Der frühere Finanzminister Peer Steinbrück denkt über Möglichkeiten nach, die AfD „zu entradikalisieren“. Er schlägt auch eine Alternative zum viel diskutierten Verbotsverfahren vor. Trump meldet gezielte Tötung eines Drogenbosses in Venezuela. US-Soldaten sollen den Boss des venezolanischen Drogenkartells Tren de Aragua getötet haben. Donald Trump spricht von einem „schnellen und tödlichen Schlag“ – und lobt die Zusammenarbeit mit Venezuela. Rheinmetall-Chef warnt vor Scheitern des deutsch-französischen Panzerprojekts. Gerade erst sind die Pläne zum Bau eines neuen deutsch-französischen Kampfflugzeugs geplatzt. Beim Rüstungskonzern Rheinmetall wächst nun die Sorge, dass dem gemeinsamen Panzerprojekt MGCS ähnliches widerfährt.