Der Ukraine ist ein symbolträchtiger Schlag gegen die russische Marine gelungen. Nach Angaben der ukrainischen Streitkräfte für unbemannte Systeme haben Drohnen die Korvette „Bojki“ im Hafen von Kronstadt bei St. Petersburg getroffen und in Brand gesetzt. Videos in sozialen Netzwerken zeigen mehrere Einschläge auf dem Kriegsschiff.
Angriff im Trockendock
Der Kommandeur der ukrainischen Drohnenstreitkräfte, Robert „Magyar“ Brovdy, erklärte, der Angriff habe am frühen Morgen um 6.35 Uhr stattgefunden. Die „Bojki“ befand sich zu diesem Zeitpunkt in einem Trockendock des Hafens von Kronstadt, wo sie seit Februar 2026 gewartet wurde. Auf den veröffentlichten Aufnahmen ist zu sehen, wie mehrere Drohnen das Schiff treffen. Beim zweiten Einschlag war bereits ein Brand an Bord sichtbar. Die russische Seite hat den Vorfall zunächst nicht bestätigt. Informationen über mögliche Tote oder Verletzte sowie das genaue Ausmaß der Schäden liegen nicht vor.
Experten bestätigen Treffer
Unabhängige OSINT-Analysten haben die Aufnahmen überprüft und die Koordinaten des Angriffs mit früheren Satellitenbildern des Trockendocks abgeglichen. Sie bestätigten die Echtheit der Aufnahmen. Die „Bojki“ ist eine Mehrzweckkorvette der Stereguschtschi-Klasse, die rund 100 Meter lang ist. Neun solcher Schiffe sind bei der russischen Marine im Dienst, weitere befinden sich im Bau. Sie dienen dem Schutz der Wirtschaftszone und können zur Abwehr von Piraten sowie zur Flug- und U-Boot-Abwehr eingesetzt werden.
Historische Bedeutung Kronstadts
Der Hafen von Kronstadt hat eine große symbolische Bedeutung. Seit dem 18. Jahrhundert diente die Festung auf einer Insel im Finnischen Meerbusen als Schutzschild für St. Petersburg. Im Jahr 1917 spielte der Aufstand der Kronstädter Matrosen eine entscheidende Rolle in der Oktoberrevolution, die zur Gründung der Sowjetunion führte. Der Angriff auf ein Kriegsschiff in diesem historisch bedeutsamen Hafen ist ein schwerer Schlag für die russische Marine.
Bojki war Nato bekannt
Die Korvette „Bojki“ gehört zur russischen Ostseeflotte und ist in Europa kein unbekanntes Schiff. Insbesondere die britische Royal Navy beobachtete sie mehrfach, wenn sie russische Schiffe durch den Ärmelkanal begleitete. Der jetzige Angriff zeigt die Fähigkeit der Ukraine, auch weit entfernte Ziele anzugreifen und die russische Marine empfindlich zu treffen.



