Ukrainische Soldaten: Angst vor dem Tod ist schwer zu bekämpfen
Ukrainische Soldaten: Angst vor dem Tod schwer bekämpfbar

Monatelange Belastung an der Front

Ukrainische Soldaten kämpfen nicht nur gegen den äußeren Feind, sondern auch mit inneren Dämonen. Monatelange Fronteinsätze ohne Ablösung, fehlende Kommunikation mit Kommandeuren und die ständige Todesangst setzen den Verteidigern schwer zu. Die Ombudsfrau Olha Reschetylowa hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Rechte der Soldaten zu stärken und ihre Beschwerden zu Gehör zu bringen.

Die häufigsten Beschwerden der Soldaten

Im Interview mit dem SPIEGEL berichtet Reschetylowa, dass die größten Probleme die psychische Belastung und die mangelnde Rotation der Truppen sind. „Die Mobilisierten stehen unter Stress“, sagt sie. Viele Soldaten fühlten sich von ihren Vorgesetzten im Stich gelassen und hätten das Gefühl, dass ihre Grundbedürfnisse wie ausreichend Schlaf und Verpflegung nicht erfüllt würden.

Angst vor dem Tod als ständiger Begleiter

„Was man am schwersten bekämpfen kann, ist die Angst vor dem Tod“, erklärt Reschetylowa. Diese Furcht sei allgegenwärtig und führe zu Erschöpfungszuständen und psychischen Erkrankungen. Die Ombudsfrau fordert daher dringend mehr psychologische Betreuung und regelmäßige Auszeiten für die Frontsoldaten.

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Konflikte mit Kommandeuren

Ein weiteres wiederkehrendes Thema seien Konflikte mit den direkten Vorgesetzten. „Viele Soldaten beklagen sich über unfaire Behandlung und mangelnde Anerkennung“, so Reschetylowa. Oft fehle es an klaren Kommunikationsstrukturen, was zu Frustration und Demotivation führe. Die Ombudsfrau setzt sich deshalb für eine verbesserte Ausbildung der Führungskräfte ein.

Forderungen an die Politik

Reschetylowa appelliert an die ukrainische Regierung, die Arbeitsbedingungen der Soldaten dringend zu verbessern. Sie schlägt unter anderem vor:

  • Regelmäßige Rotation der Truppen nach spätestens drei Monaten
  • Ausbau der psychosozialen Unterstützung an der Front
  • Transparente Beschwerdeverfahren gegen Vorgesetzte
  • Bessere Versorgung mit medizinischem Material und Verpflegung

Die Ombudsfrau betont, dass die Moral der Soldaten entscheidend für den Erfolg im Abwehrkampf sei. „Nur wenn wir uns um die psychische Gesundheit unserer Verteidiger kümmern, können wir langfristig bestehen“, sagt sie abschließend.

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