Ukrainischer Gouverneur ruft zur Flucht aus besetzten Gebieten auf
Die Ukraine verstärkt ihre Luftangriffe in den von Russland besetzten Teilen des Landes. Der Militärgouverneur des südostukrainischen Gebietes Saporischschja, Iwan Fedorow, hat seine Landsleute im russisch besetzten Teil der Region zur Flucht aufgerufen. Die Risiken für Zivilisten stiegen, sagte Fedorow in einer Ansprache auf Telegram. Er nannte zwei Gründe: Die ukrainischen Streitkräfte griffen in den Regionen Saporischschja und Cherson gezielt die militärische Infrastruktur der Besatzer und Versorgungswege der russischen Armee an. Die russische Armee setze mehr Kräfte ein, um die eigenen Objekte zu schützen. „Ebendeswegen rufe ich alle dazu auf, die Entscheidung zur Ausreise nicht zu verschieben“, sagte der Gouverneur. Er veröffentlichte Kontakte von Hilfsorganisationen und staatlichen Stellen, die Ukrainern bei der Ausreise aus den besetzten Gebieten helfen können.
Drei Tote in Russland nach ukrainischen Angriffen
Bei ukrainischen Angriffen sind nach russischen Behördenangaben drei Menschen in Grenzgebieten getötet worden. Im Dorf Wosnessenowka nahe der Grenze sei eine ukrainische Drohne in einen Bus eingeschlagen, teilte der Krisenstab des Gebiets Belgorod mit. Dabei sei eine Frau getötet und elf weitere Personen verletzt worden. In der Region Brjansk seien bei einem ukrainischen Angriff in der an der Grenze liegenden Siedlung Belaja Berjoska zwei Menschen ums Leben gekommen. Das teilte der kommissarische Gebietsgouverneur Jegor Kowaltschuk laut der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass mit. Ein Mann sei im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen.
742 ukrainische Religionsstätten durch Krieg beschädigt
In den ersten vier Jahren des russischen Krieges gegen die Ukraine sind mindestens 742 Kirchen und andere Religionsstätten zerstört oder beschädigt worden. Das geht aus einer neuen Statistik hervor, die von der ukrainischen NGO „Arbeitskreis für die wissenschaftliche Untersuchung von Religionen“ veröffentlicht wurde. Zwischen dem 2. Februar 2025 und dem 2. Februar 2026 fielen demnach 99 Sakralbauten dem Krieg zum Opfer. Das waren etwas mehr als im dritten Kriegsjahr, als 93 Religionsstätten beschädigt oder zerstört worden seien. Laut der „Religion on Fire“ genannten Statistik wurden 70 der 742 registrierten Bauwerke ganz zerstört und 119 schwer beschädigt. 186 waren mittelschwer und 295 gering betroffen. Zu 72 Bauwerken lagen keine Informationen über das Ausmaß der Schäden vor. Ein Großteil von ihnen liege in der Nähe der Frontlinie oder in den von Russland besetzten Gebieten. Dem seit Februar 2022 andauernden Angriff der russischen Armee fielen den Angaben zufolge hauptsächlich Sakralbauten der ukrainisch-orthodoxen Kirche (UOK) zum Opfer. 395 der mehr als 11.000 UOK-Sakralbauten wurden beschädigt oder zerstört, was 53 Prozent der 742 betroffenen Religionsstätten entspricht.
Ukraine sieht sich im Drohnenkrieg zunehmend im Vorteil
Die Ukraine gewinnt eigener Einschätzung nach im Krieg gegen Russland beim Einsatz von Drohnen die Oberhand. „Heute können wir mit gutem Grund behaupten, dass die Ukraine im Wettstreit um Technologie, Innovation und Produktionskapazitäten dem Gegner zumindest in nichts nachsteht und ihm in einzelnen Bereichen sogar voraus ist“, sagte Armeechef Olexander Syrskyj bei Telegram. Bei frontnahen ferngesteuerten Drohnen liege das Verhältnis bei 1,5 zu 1 zugunsten der ukrainischen Truppen und verbessere sich weiter. Im Mai seien bereits 12,7 Prozent mehr gegnerische Ziele getroffen worden als im April.
Botschafter Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens im russischen Außenministerium
Die Botschafter Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens sind zu einem Gespräch im russischen Außenministerium eingetroffen. Dies teilte das Ministerium in Moskau mit. Der Besuch sei auf „deren Wunsch“ erfolgt. Das Außenministerium veröffentlichte ein Video, das die Ankunft der drei Diplomaten, darunter Graf Alexander Lambsdorff, am Gebäude im Zentrum der russischen Hauptstadt zeigt.
Ukrainischer Botschafter dankt deutschen Steuerzahlern
Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Oleksii Makeiev, hat die Bedeutung der deutschen Unterstützung im Krieg mit Russland erneut hervorgehoben. „Ich danke jedem deutschen Steuerzahler dafür, dass er das ermöglicht, dass die deutsche Bundesregierung die Ukraine unterstützt“, sagte der Botschafter im Brandenburger Landtag. Mit den Mitteln sei man in der Lage, „die anfliegenden russischen Raketen“ abzufangen. Die „russische Aggression und die ukrainische Verteidigung“ ließen sich nicht auf eine Stufe stellen. Keiner wolle den Frieden mehr als die Ukraine – „aber einen gerechten Frieden“. Russland verwehre sich Friedensverhandlungen und zeige keine Bereitschaft, den Krieg zu beenden. Verhandlungen könnten für die Ukraine „nur aus der Position der Stärke“ zustande kommen.
Lage für ukrainische Truppen bei Kostjantyniwka kritisch
Die Lage für die Verteidiger der Stadt Kostjantyniwka im Osten der Ukraine hat sich weiter verschlechtert. „Kostjantyniwka selbst befindet sich in einer Halbeinkreisung, da der Gegner im Bereich von Tschassiw Jar und Berestok vorgestoßen ist“, sagte Serhij Jaryj, Kommandeur eines Drohnenbataillons der 28. mechanisierten Brigade, dem Nachrichtenportal Hromadske. Die russische Armee versuche, die zwei Hauptnachschubwege in die Stadt zu kontrollieren. „Dadurch ist die Logistik in einer sehr angespannten Lage: Evakuierungen, Versorgung und das Nachführen von Infanterie nach Kostjantyniwka sind sehr erschwert.“ Ukrainische Lagekarten bestätigen die Umfassung der stark zerstörten Industriestadt von drei Seiten.
Studie: Russische Kriegswirtschaft stößt an ihre Grenzen
Gut vier Jahre nach dem Überfall auf die Ukraine zeigt die russische Wirtschaft einer Studie zufolge deutliche Anzeichen struktureller Erschöpfung. Die liquiden Vermögenswerte des russischen Staatsfonds seien von 6,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu Kriegsbeginn auf aktuell 1,8 Prozent gesunken, heißt es in der Untersuchung des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) und des Stockholm Institute of Transition Economics. Gleichzeitig habe das Defizit des Bundeshaushalts bereits in den ersten drei Monaten das für das gesamte Jahr angestrebte Ziel der Regierung überschritten. Die Öl- und Gaseinnahmen wiederum seien im ersten Quartal um 45 Prozent zum Vorjahreszeitraum eingebrochen. „In den ersten Jahren des Krieges gegen die Ukraine hat sich die russische Wirtschaft als widerstandsfähiger erwiesen, als viele erwartet hatten. Doch nun sind die Reserven aufgebraucht“, sagte IfW-Präsident Moritz Schularick.
Europa will Trump in neue Verhandlungsrunde einbinden
Die Staats- und Regierungschefs Großbritanniens, Frankreichs und Deutschlands wollen den G7-Gipfel am 15. und 16. Juni in Frankreich nutzen, um mit US-Präsident Donald Trump über eine mögliche Wiederaufnahme von Verhandlungen zwischen der Ukraine und Russland zu sprechen. Das berichtet Bloomberg unter Berufung auf mit den Vorbereitungen vertraute Quellen. Die europäischen Staaten schlagen vor, Gespräche mit einem sofortigen Waffenstillstand entlang der aktuellen Frontlinie zu beginnen und anschließend Sicherheitsgarantien für die Ukraine zu erörtern, einschließlich eines möglichen multinationalen Truppenkontingents.
Mann auf Krim wegen pro-ukrainischer Beiträge verurteilt
In der von Russland besetzten Stadt Sewastopol auf der Krim ist ein Mann namens Oleksandr Malerenko zu fünfeinhalb Jahren Haft in einer Strafkolonie verurteilt worden. Grund dafür seien Veröffentlichungen und Kommentare in sozialen Netzwerken. Nach Angaben der Besatzungsbehörden soll der Mann 2024 und 2025 Beiträge veröffentlicht haben, in denen er Angriffe der Ukraine auf militärische und infrastrukturelle Ziele in Russland, auf der besetzten Krim sowie auf die Kertsch-Brücke unterstützt habe. Russland nutzt Gesetze zu „Extremismus“, „Terrorismus“ und „Diskreditierung“ systematisch, um Menschen wegen Kritik an der Besatzung zu verfolgen.
Treibstoffengpässe auf der Krim nach Angriffen
Auf der von Russland besetzten Krim verschärfen sich nach einer Reihe ukrainischer Angriffe die Probleme bei der Treibstoffversorgung. Wie Reuters unter Berufung auf den von Moskau eingesetzten Gouverneur von Sewastopol, Michail Raswoschajew, berichtet, ist Benzin faktisch aus dem freien Verkauf verschwunden. Geplante Treibstoffrationen per Gutscheinsystem mussten verschoben werden, nachdem Tanklastwagen die Stadt nicht mehr erreichen konnten. Die verbliebenen Reserven sollen vorrangig für den öffentlichen Verkehr und Rettungsdienste verwendet werden.
Merz: Ukraine gehört in längerer Perspektive in die EU
Die Ukraine gehört „in der längeren Perspektive zur EU“, sagt Kanzler Friedrich Merz in einer Regierungserklärung im Bundestag. Die Ukraine habe bemerkenswerte Reformfortschritte geschafft, weshalb er eine assoziierte Mitgliedschaft vorgeschlagen habe. Das würde eine reguläre Teilnahme der Ukraine an den EU-Spitzentreffen ermöglichen. „Ein ukrainischer Kommissar, noch ohne Portfolio und Stimmrecht, wäre Kiews Gesicht in Brüssel“, sagt Merz. Er schlage zudem vor, dass ukrainische Abgeordnete ohne Stimmrecht an den Beratungen des Europäischen Parlaments teilnehmen könnten.
Atomkraftwerk Saporischschja erneut ohne Strom
Das von russischen Truppen besetzte Atomkraftwerk Saporischschja im Süden der Ukraine ist erneut von der äußeren Stromversorgung abgeschnitten. Die zur Anlage führende Hochspannungsleitung sei am Abend automatisch abgeschaltet worden, teilte die Kraftwerksleitung mit. Die als Reserve bereitstehenden Dieselgeneratoren hätten die Stromversorgung übernommen. Erhöhte Radioaktivität sei nicht ausgetreten.
Raffinerie in Südrussland nach Drohnenattacke beschädigt
Die Ukraine hat in der Nacht eine Raffinerie in der städtischen Siedlung Afipski unweit der südrussischen Millionenstadt Krasnodar mit Drohnen angegriffen und in Brand gesetzt. Die Flammen in der Anlage seien am Morgen gelöscht worden, teilte der Krisenstab der Region Krasnodar mit. In Afipski steht eine der größten Raffinerien Südrusslands. Ziel der Angriffe ist es, den angreifenden Truppen die Treibstoffversorgung und dem Kreml die Kriegsfinanzierung zu erschweren.
Viele Verletzte nach russischem Angriff in der Ostukraine
In der ostukrainischen Industriestadt Pawlohrad sind bei einem russischen Angriff mindestens zwölf Menschen verletzt worden. Ein mehrstöckiges Wohngebäude sei beschädigt worden, schrieb der Militärgouverneur der Region Dnipropetrowsk, Olexander Hanscha, bei Telegram. Ein Brand sei ausgebrochen. Nach Angaben der regionalen Staatsanwaltschaft handelte es sich um einen Drohnenangriff.
Zahl Geflüchteter aus der Ukraine in der EU steigt leicht
Die Zahl der Menschen aus der Ukraine, die vor dem russischen Angriffskrieg in der EU Schutz suchen, ist im April leicht gestiegen. Wie das EU-Statistikamt Eurostat mitteilte, hielten sich im April rund 4,37 Millionen Ukrainerinnen und Ukrainer mit temporärem Schutzstatus in der EU auf, ein Prozent mehr als im März 2026. Am meisten Geflüchtete aus der Ukraine beherbergt nach wie vor Deutschland mit rund 1,28 Millionen, gefolgt von Polen mit 971.255 und Tschechien mit 384.435.



