UN-Schlappe: Deutschlands Rolle als Scheinriese entlarvt
UN-Debakel entblößt Deutschlands Selbstüberschätzung

Im Englischen gibt es einen hübschen Ausdruck für den Sympathiefaktor: „Likability“. So entscheidet die „Likability“ eines US-Präsidentschaftskandidaten häufig darüber, wer ins Weiße Haus einzieht. Ausnahmen bestätigen die Regel – siehe Donald Trump, dessen größte Fähigkeit nicht unbedingt Sympathieträgerschaft ist.

Wenn man heute die „Likability“ Deutschlands auf der Weltbühne einschätzt, schneidet unsere Republik vermutlich mau ab. Das legt zumindest die Schlappe beim Rennen um einen rotierenden Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen nahe, bei dem wir von Österreich und Portugal abgehängt wurden.

Ausgerechnet Deutschland – die moralische Mittelmacht

Ausgerechnet Deutschland, das bei jeder Gelegenheit den Rest der Welt über die Alternativlosigkeit liberaler westlicher Demokratien belehrt, ist im Sicherheitsrat unerwünscht – jenem Gremium, das laut UN-Charta Frieden und internationale Sicherheit gewährleisten soll. Der Rückschlag entblößt die Selbstüberschätzung Deutschlands auf der internationalen Bühne.

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Experten sahen das Debakel kommen

Die Bewerbung auf den Sitz war, so beschrieben es viele Experten im Vorfeld, zum Scheitern verurteilt. Sie schätzten die deutsche Kandidatur deutlich schwieriger ein, als es von der Bundesregierung dargestellt wurde. Die Bundesregierung darf die Fehler aus der Vergangenheit nicht wiederholen. Außenminister Johann Wadephul und Bundeskanzler Friedrich Merz müssen das UN-Debakel nun erklären.

Unser Selbstbild einer moralischen Mittelmacht, die weltweit hohes Vertrauen genießt, bröckelt. Es wird Zeit, dass Deutschland seine Rolle auf der Weltbühne realistischer einschätzt und nicht länger als Scheinriese auftritt.

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