Die USA haben etwa zwei Dutzend Migranten in die Zentralafrikanische Republik deportiert, darunter mindestens zwei iranische Frauen, die vor dem iranischen Regime geflohen waren. Das berichten US-Medien übereinstimmend. Die Frauen waren in die USA gekommen, um Schutz zu suchen, und haben keine Vorstrafen. Sie genießen gerichtlichen Schutz vor einer Abschiebung in den Iran, wie die „New York Times“ unter Berufung auf einen ihrer Anwälte berichtet. Die Frauen seien „völlig fassungslos“ gewesen, als sie von der geplanten Abschiebung erfuhren.
Gericht stoppt Abschiebung vorerst
Laut der Nachrichtenagentur Associated Press (AP), die von drei Iranerinnen spricht, wurden die Abschiebungspläne gegen zwei von ihnen durch einstweilige Verfügungen vorübergehend ausgesetzt. Eine Iranerin wurde jedoch am Freitag in einen Abschiebeflieger gesetzt, zusammen mit Menschen aus Jordanien, Armenien, der Türkei, Georgien und Afghanistan. Die Betroffenen haben laut „New York Times“ keinerlei Verbindungen in das von Konflikten gebeutelte Land. Es sei unklar, wo sie dort leben sollen oder ob sie von dort aus in ihre Heimatländer zurückgeschickt werden könnten.
Unterbringung in Bangui geplant
Ein Beamter erklärte gegenüber Reuters, die Abgeschobenen würden in Wohnungen in der zentralafrikanischen Hauptstadt Bangui untergebracht und voraussichtlich nicht sofort weitergeschickt. Die USA selbst warnen ihre Bürger vor Reisen in die Zentralafrikanische Republik. „Reisen Sie unter keinen Umständen in die Zentralafrikanische Republik“, heißt es in der Reisewarnung des US-Außenministeriums. US-Bürger seien durch Unruhen, Kriminalität, Entführungen, Landminen, Gesundheitsrisiken und Terrorismus gefährdet.
Älterer Syrer von Abschiebung bedroht
Eine weitere Person, die ursprünglich Teil des Abschiebeflugs sein sollte, ist ein älterer Syrer mit Diabetes. Seine Anwältin warnte, in der medizinisch unterversorgten Zentralafrikanischen Republik drohe ihm der Tod: „Er wird keinen Zugang zu seinen Medikamenten haben, und er wird sterben.“ Ein Gericht stoppte auch seine Abschiebung vorerst.
Das deutsche Auswärtige Amt warnt ebenfalls vor Reisen in das Land. Die Zentralafrikanische Republik gehöre zu den ärmsten Ländern der Welt und verfüge über so gut wie keine Infrastruktur. Terroranschläge seien im ganzen Land möglich, der Zugang zu Waffen gegeben.
Trump-Regierung nutzt Drittstaaten-Abschiebungen
Mit den Abschiebungen in Drittländer will US-Präsident Donald Trump die Einwanderung begrenzen. Laut AP hat die Trump-Regierung mit mehreren Geheimabkommen bereits Tausende Menschen in knapp zwei Dutzend Drittländer deportiert. Kritiker sehen darin eine Gesetzeslücke, um Asylsuchende indirekt in ihre Heimatländer zurückzuschicken.



