Die angespannte Lage zwischen den USA und dem Iran hat sich trotz einer derzeit geltenden Waffenruhe weiter verschärft. Beide Seiten meldeten am Wochenende neue militärische Aktionen. Die US-Armee gab bekannt, Radar- und Drohnenkontrollanlagen im Süden Irans angegriffen zu haben. Die als „Selbstverteidigungsangriffe“ bezeichneten Operationen richteten sich gegen die Stadt Goruk und die Insel Qeschm in der Nähe der strategisch wichtigen Straße von Hormus. Das für die Golfregion zuständige US-Regionalkommando Centcom erklärte auf der Plattform X, die Angriffe seien eine Reaktion auf „aggressive“ Handlungen Irans gewesen, darunter die Zerstörung einer US-Drohne über internationalen Gewässern.
Iranische Revolutionswächter schlagen zurück
Die iranischen Revolutionswächter ihrerseits griffen nach eigenen Angaben einen Stützpunkt an, der von der US-Armee für Angriffe auf Iran genutzt worden sei. In der am Montag von iranischen Staatsmedien verbreiteten Erklärung wurde der genaue Standort des angegriffenen Stützpunkts nicht genannt. Es bleibt unklar, ob es sich um ein Ziel innerhalb oder außerhalb Irans handelte. Die Revolutionswächter betonten, der Angriff sei eine direkte Vergeltung für die US-Aktionen gewesen.
Kuwait fängt feindliche Geschosse ab
Das Militär Kuwaits meldete kurz zuvor, dass die Flugabwehr „feindliche Raketen- und Drohnenangriffe“ abgefangen habe. Die staatliche Nachrichtenagentur Kuna berichtete, dass Luftschutzsirenen in dem Golfemirat ertönten, in dem US-Soldaten stationiert sind. Der Generalstab der kuwaitischen Armee teilte auf X mit, die Flugabwehr sei im Einsatz, und die zu hörenden Explosionsgeräusche stünden im Zusammenhang mit dem Abfangen von Geschossen. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, den Anweisungen der Sicherheitsbehörden Folge zu leisten. Zur Herkunft der Drohnen und Raketen sowie den Zielen der Angriffe machte die Armee keine Angaben. Seit Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe auf Iran Ende Februar hatten die Streitkräfte der Islamischen Republik jedoch bereits mehrfach solche Geschosse auf Kuwait und andere Staaten am Persischen Golf abgefeuert.
Eskalation trotz Waffenruhe
Die neuen Angriffe erfolgen trotz einer zwischen den Konfliktparteien vereinbarten Waffenruhe, die eigentlich eine Deeskalation der Gewalt vorsehen sollte. Die jüngsten Entwicklungen deuten jedoch auf eine erneute Zunahme der Spannungen in der Golfregion hin. Beobachter befürchten, dass der Konflikt außer Kontrolle geraten könnte, falls keine diplomatischen Lösungen gefunden werden. Die USA und Iran stehen seit Jahren in einem angespannten Verhältnis, das immer wieder in militärische Auseinandersetzungen umschlägt. Die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Wasserstraßen für den globalen Öltransport, bleibt ein zentraler Schauplatz der Auseinandersetzungen.



