Die US-Regierung will einem Medienbericht zufolge noch diese Woche ein Abkommen mit Saudi-Arabien unterzeichnen, das US-Unternehmen beim Aufbau eines zivilen Atomprogramms in dem Golfstaat helfen soll. Der auf 30 Jahre angelegte Vertrag könnte bereits am Mittwoch offiziell präsentiert werden, wie die „New York Times“ unter Berufung auf zwei Regierungsvertreter berichtet.
Milliardenaufträge für die US-Atomindustrie
US-Präsident Donald Trump verspricht sich von dem Abkommen Aufträge für die heimische Atomindustrie in Milliardenhöhe. Das „Wall Street Journal“ meldet, der Vertrag sehe unter anderem die Errichtung einer Uran-Anreicherungsanlage in Saudi-Arabien vor, falls dies notwendig werde. Saudi-Arabien verfügt bislang über kein einziges Atomkraftwerk.
Bedenken aus Israel und dem US-Kongress
Das Abkommen wird seit längerem kontrovers diskutiert. Sowohl einige US-Parlamentarier als auch Israel haben Bedenken geäußert, dass ein ziviles Atomprogramm irgendwann zur Entwicklung von Atomwaffen genutzt werden könnte. Israel fürchtet eine nukleare Aufrüstung in der Region.
Keine Zustimmung des Kongresses nötig
Das Vorhaben soll in den kommenden Tagen dem Kongress vorgelegt werden, dessen Zustimmung ist jedoch nicht erforderlich. Die US-Regierung kann das Abkommen eigenständig abschließen.
Hintergrund: Iran-Krieg und Angriffe auf Saudi-Arabien
Im Konflikt mit dem Iran wurde Saudi-Arabien zuletzt immer wieder von iranischen Kräften attackiert. Auch die jemenitischen Huthi-Rebellen haben einen Flughafen in Saudi-Arabien angegriffen und eine Seeblockade gegen das Nachbarland verhängt. Vor diesem Hintergrund gewinnt der Aufbau einer eigenen zivilen Nuklearinfrastruktur für Riad an Bedeutung.



