Frühradikalisierung: Extremisten ködern schon Kinder im Netz
Die Botschaft von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt ist kurz und knapp: „Deutschland steht unter Druck.“ Die rechtsextremistische Szene wächst, linksextremistische Gewalt nimmt zu, und Islamisten haben das Land im Visier. Antisemitischer Hass gedeiht in all diesen Lagern und bedroht die Gesellschaft. Zudem ist Deutschland Zielscheibe von Sabotage, Spionage und Desinformation aus dem Ausland. Eine der beunruhigendsten Nachrichten aus dem neuen Verfassungsschutzbericht ist jedoch, dass die Generation der neuen Extremisten im Innern schon heranwächst. Rechtsextremisten werben in sozialen Netzwerken gezielt um Nachwuchs und sprechen dort Jugendliche und sogar Kinder an.
Immer jüngere Zielgruppe für Radikale
Die Sicherheitsbehörden beobachten seit geraumer Zeit, wie sich junge Menschen radikalen und teilweise extrem gewaltbereiten Szenen anschließen. Rechtsextreme und Dschihadisten rekrutieren auf Gaming-Plattformen, in sozialen Medien wie TikTok und in Chatgruppen Minderjährige für den Terror. Mithilfe von Künstlicher Intelligenz erstellen oder verfälschen die Häscher Bilder und Videos, um den Nachwuchs für ihre Ziele zu emotionalisieren. All dies geschieht oft unbeobachtet von Eltern oder anderen Erwachsenen.
Gesetzesänderungen zur Überwachung von Kindern?
Angesichts dieser Entwicklung machen sich Verfassungsschutzämter in den Ländern bereits Gedanken über Gesetzesänderungen. Sie erwägen, bei begründetem Verdacht auch die Online-Aktivitäten von Kindern unter 14 Jahren überwachen zu dürfen. Der Schritt ist drastisch, aber notwendig. Wenn der Trend zur Frühradikalisierung anhält, darf der Staat auf diesem Auge nicht blind bleiben. Es geht darum, die Kinder zu schützen und die Demokratie zu verteidigen. Die Gesellschaft muss wachsam sein und die Sicherheitsbehörden mit den nötigen Befugnissen ausstatten, um dieser Gefahr entgegenzutreten.



