Berliner Grüne starten Wahlkampf: „Raus aus dem Rückschritt“
Berliner Grüne: „Raus aus dem Rückschritt“

Die Berliner Grünen haben ihre Wahlkampagne für die Abgeordnetenhauswahl am 20. September vorgestellt. Spitzenkandidat Werner Graf setzt dabei auf Zurückhaltung, Realismus und eine Prise Humor. Das Motto der Kampagne lautet: „Raus aus dem Rückschritt“.

Keine leeren Versprechen, sondern verlässliches Handeln

Graf, der Amtsinhaber Kai Wegner (CDU) als Regierenden Bürgermeister ablösen will, betonte: „Keine leeren Versprechen, sondern verlässliches Handeln, das Schritt für Schritt Wirkung zeigt.“ In vielen Bürgergesprächen habe die Partei gehört, dass die Menschen Berlin zwar lieben, aber die Stadt sich in die falsche Richtung entwickele. Zu hohe Mieten, Dreck auf den Straßen, Verkehrstote und Verspätungen bei Bus und Bahn seien „keine gottgegebene Situation“, so Graf. „Wir wollen wieder nach vorn kommen.“

Realistische Ziele: Verkehrssicherheit, Pünktlichkeit, bezahlbare Mieten

Als zentrale Ziele nannte der Kandidat, dass kein Mensch mehr im Berliner Verkehr sterben müsse, Busse und Bahnen wieder pünktlich kommen, die Mieten nicht explodieren und Energie und Wärme klimaneutral, aber bezahlbar umgebaut werden. Gleichzeitig warnte er vor überzogenen Erwartungen: „Es wird nicht so sein, dass ich ins Rote Rathaus einziehe, am nächsten Tag einmal mit dem Finger schnipse und dann wird alles umgesetzt sein.“ Statt Magnetschwebebahnen oder neuen U-Bahn-Linien zu versprechen, müsse Berlin seine Hausaufgaben machen. „Erst kommt die Pflicht, dann die Kür.“

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Kampf gegen rechts als zentrales Motiv

Die Plakatmotive thematisieren Wohnungspolitik, Kultur, Verkehr, Klimaschutz, Schule und den Kampf gegen rechts. Ein Plakat zeigt einen Drucker, der hellblaue Blätter auswirft – mit der Aufschrift „Faschismus bekämpfen, nicht kopieren“. Graf mahnte: „Wer der AfD nachrennt, unsere vielfältige demokratische Initiativenlandschaft zerschlägt und die Kunst- und Kulturfreiheit angreift, der macht die Nazis erst richtig stark.“ Co-Spitzenkandidatin Bettina Jarasch ergänzte, auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) habe lernen müssen, dass es nicht funktioniere, die AfD zu entzaubern, indem man sie kopiere.

Humorvolle Slogans für ernste Themen

Trotz der Ernsthaftigkeit der Themen sollen die Motive und Slogans auch Witz vermitteln. So ist das Verkehrsplakat mit der Aufschrift „Zuverlässige Öffis, Schluss mit dem Gegurke“ nicht mit übervollen Zügen bebildert, sondern mit sauren Gurken. Ob dies die Wähler überzeugt, wird sich zeigen. Laut einer RBB-Umfrage von Ende April liegen die Grünen mit 18 Prozent gleichauf mit der Linken und der AfD auf Rang zwei hinter der CDU (19 Prozent).

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