Eine interne 38-seitige Abrechnung mit der BSW-Spitze um Sahra Wagenknecht sorgt für Unruhe in der Partei. Das Dokument, das dem SPIEGEL vorliegt, wirft der Führung eine „Kultur der Abwertung“ und mangelnde Transparenz vor. Die Verfasser kritisieren, dass die Partei sich zu einer „intransparenten Kaderpartei“ entwickle.
Die Abrechnung wurde offenbar von mehreren Landesverbänden verfasst und soll auf dem jüngsten BSW-Landesparteitag in Berlin diskutiert worden sein. In dem Papier werden konkrete Vorwürfe gegen Wagenknecht und andere Spitzenmitglieder erhoben. So sei die innerparteiliche Demokratie ausgehöhlt und Entscheidungen würden zentral getroffen, ohne die Basis einzubeziehen.
Die Kritik richtet sich insbesondere gegen den Führungsstil Wagenknechts, der als autoritär beschrieben wird. Mitglieder fühlten sich nicht wertgeschätzt und ihre Arbeit werde nicht anerkannt. Stattdessen herrsche eine Atmosphäre der Einschüchterung und des Misstrauens.
Das BSW selbst hat sich bisher nicht offiziell zu den Vorwürfen geäußert. Es wird erwartet, dass die Führung auf dem nächsten Parteitag Stellung nehmen wird. Die Enthüllung könnte die bereits angespannte Situation in der jungen Partei weiter verschärfen.



