Die Sportnation wird durch einen Medienbericht über eine mögliche neue WM-Bewerbung des Deutschen Fußball-Bundes aufgerüttelt. Dies wirft Fragen zur aktuellen Olympia-Kampagne auf. Laut einem Bericht der "Bild" vom Donnerstag erwägt der DFB offenbar eine Bewerbung für die Ausrichtung einer Fußball-Weltmeisterschaft in den Jahren 2038 oder 2042. Diese Zeiträume überschneiden sich mit den angestrebten Olympia-Zielen des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), der bereits an einer Bewerbung für die Olympischen Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 arbeitet. Berlin, München und die Region Rhein-Ruhr mit Köln sind als mögliche Ausrichter im Rennen.
Keine Probleme durch Doppelbewerbung
Kaweh Niroomand, Olympia-Beauftragter des Berliner Senats, sieht in der gleichzeitigen Bewerbung keine Schwierigkeiten. Er verweist auf historische Beispiele wie München 1972 (Olympia) und 1974 (WM) oder Rio de Janeiro 2014 (WM) und 2016 (Olympia). Niroomand betont die Chance auf Synergieeffekte: "Klug wäre es, wenn nach der Entscheidung für Olympia Gespräche zwischen DOSB und DFB geführt werden, um von den Investitionen für Olympia auch für die WM zu profitieren."
WM-Kombination realistischer als Expo
Die Kombination von Olympischen Spielen und Fußball-WM sei realistischer als eine Kombination mit einer Expo, da eine Expo weitaus größere bauliche Veränderungen erfordern würde. Für eine WM müsste in Berlin kaum neu gebaut werden, da das Olympiastadion bereits existiert und nur modernisiert werden müsste. Niroomand hatte zuvor betont, dass eine zeitnahe Abfolge von Expo und Olympia selbst eine Metropole wie Berlin organisatorisch überfordern würde.
Synergien für Berlin und Deutschland
Der Olympia-Beauftragte sieht in der möglichen Doppelbewerbung eine Chance für Berlin und Deutschland. Durch die Nutzung vorhandener Infrastruktur könnten Kosten gesenkt und die Veranstaltungen effizienter gestaltet werden. Die Gespräche zwischen DOSB und DFB sollten frühzeitig beginnen, um die Planungen zu koordinieren.
Die Entscheidung über die WM-Bewerbung steht noch aus, doch die Signale deuten auf eine positive Haltung des DFB hin. Für die Olympia-Kampagne könnte dies bedeuten, dass Berlin als Austragungsort für beide Großereignisse gestärkt wird. Die nächsten Schritte werden mit Spannung erwartet.



