Die Fifa hat am Dienstag auf der Plattform X ein deutliches Dementi zu Berichten veröffentlicht, wonach Präsident Gianni Infantino (56) Unterstützung aus dem Umfeld von US-Präsident Donald Trump (80) gesucht haben soll. „Der FIFA-Präsident hat in den vergangenen Tagen weder den Präsidenten der Vereinigten Staaten noch ein Mitglied seiner Regierung angerufen. Das ist frei erfunden“, erklärte die Medienabteilung des Weltverbandes. Die Mitteilung bezog sich direkt auf einen Bericht der britischen Zeitung „The Times“.
Hintergrund der Vorwürfe
Die „Times“ hatte unter Berufung auf Recherchen der „New York Post“ berichtet, Infantino habe nach dem Scheitern seiner umstrittenen Investorenpläne und angesichts zunehmender Kritik an seiner Führung offenbar Hilfe in Washington gesucht. Das US-Boulevardblatt hatte zuvor unter Berufung auf anonyme Quellen gemeldet, Infantino fühle sich durch die zahlreichen negativen Schlagzeilen rund um seine Person zunehmend „isoliert“. Demnach suche der Schweizer nach „einflussreichen Verbündeten“, die ihm öffentlich den Rücken stärken könnten. Zudem habe Infantino versucht, Kontakt zu hochrangigen Vertretern der US-Regierung aufzunehmen.
Laut „New York Post“ soll sogar ein Gespräch mit US-Außenminister Marco Rubio (55) im Raum gestanden haben. Eine Quelle behauptete, es gehe offiziell um die Rolle des Fußballs als Instrument amerikanischer Soft Power. Hinter den Kulissen drehe sich jedoch alles um Infantinos politischen Überlebenskampf innerhalb der Fifa.
US-Außenministerium dementiert ebenfalls
Doch auch das wurde zurückgewiesen. Das US-Außenministerium erklärte öffentlich, es gebe keine Pläne für ein Telefonat oder Treffen zwischen Rubio und Infantino. Dylan Johnson, stellvertretender Staatssekretär für globale Öffentlichkeitsarbeit, schrieb auf X: „Es gibt keine Pläne von Außenminister Rubio mit Infantino zu sprechen und es gibt diesen Morgen kein Telefonat. Die ‚New York Post‘ soll ihre Quellen checken oder sie hätten uns direkt fragen sollen.“
Die Fifa reagierte damit auf eine Welle von Spekulationen, die in den vergangenen Tagen die Runde gemacht hatten. Der Weltverband betonte, dass die Vorwürfe jeglicher Grundlage entbehren. Die britische Zeitung „The Times“ hatte den Bericht am Montag veröffentlicht und sich dabei auf die Recherchen der „New York Post“ gestützt. Beide Medien hatten anonyme Quellen angeführt, die jedoch keine konkreten Beweise liefern konnten.
Infantinos umstrittene Pläne und wachsender Widerstand
Der Hintergrund der Berichte sind die jüngsten Kontroversen um Infantino. Der Fifa-Präsident hatte nach massiven Protesten Pläne zurückgezogen, mit dem potenziellen Verkauf eines Teils der kommerziellen Rechte der Fifa etwa an der Weltmeisterschaft eine Milliardensumme einzunehmen. Weltweit sorgten die Infantino-Pläne für Entsetzen, die Uefa kritisierte den Schweizer scharf. Der Fifa-Boss knickte ein. Nun wird über die Zukunft Infantinos diskutiert, der seit 2016 an der Spitze des Weltverbands steht.
Im kommenden Jahr stehen Wahlen an. Am 18. März 2027 möchte sich Infantino, wenn alles geordnet zugeht, in Rabat (Marokko) auf dem 77. Fifa-Kongress den Statuten zufolge ein letztes Mal für vier Jahre zum Präsidenten wählen lassen. Doch der Widerstand wächst. Kritiker werfen ihm eine zu autoritäre Führung und mangelnde Transparenz vor. Die jüngsten Dementis dürften jedoch dazu beitragen, die unmittelbaren Spekulationen über eine mögliche Einmischung von außen zu entkräften.
Die Fifa hat mit ihrem deutlichen Dementi klargestellt, dass sie die Berichte als Falschmeldungen betrachtet. Ob die „Times“ und die „New York Post“ ihre Berichterstattung korrigieren werden, bleibt abzuwarten. Bis dahin bleibt die Situation angespannt, und die Diskussion über Infantinos Zukunft wird weitergehen.



