Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hat nach Kritik an seinem neuen Posten beim FC Bayern eine rechtliche Prüfung angekündigt. Seine Sprecherin erklärte, er habe die zuständige Abteilung beauftragt, die tatsächlichen und rechtlichen Gegebenheiten zu klären. Dies müsse wegen möglicher dienstrechtlicher Sondervorschriften im Benehmen mit der FC Bayern AG erfolgen.
Reiter war Anfang Februar Verwaltungsbeiratsvorsitzender beim FC Bayern geworden und damit auch in den Aufsichtsrat eingezogen. Er werde den Stadtrat vor der nächsten Aufsichtsratssitzung im Mai damit befassen, so seine Sprecherin. Die Linke-Fraktion hat bereits einen Dringlichkeitsantrag gestellt, sodass Reiters Tätigkeit schon an diesem Mittwoch Thema im Stadtrat sein soll.
Kritik kommt auch aus anderen Parteien. Der ÖDP-Vorsitzende Tobias Ruff betonte: „Wenn der Oberbürgermeister einer Millionenstadt eine Spitzenfunktion bei einem wirtschaftlich mächtigen Akteur vor Ort übernimmt, dann ist das kein privates Hobby.“ Es gehe um politische Integrität und Glaubwürdigkeit des Rathauses. Für städtische Mitarbeiter gälten strenge Regeln, die erst recht für den Oberbürgermeister gelten müssten.
Der FC Bayern hatte Anfang Februar mitgeteilt, dass Reiter Nachfolger von Bayerns Ex-Ministerpräsident Edmund Stoiber an der Spitze des Verwaltungsbeirates wird. Reiter ist bereits seit 2017 Mitglied des Gremiums. Er selbst bezeichnet sich als Fan seines „Herzensvereins“ seit seinem fünften Lebensjahr.
Reiter will an diesem Wochenende erneut zum Münchner Oberbürgermeister gewählt werden. Es wäre seine dritte Amtszeit. Umfragen sehen den 67-Jährigen deutlich vor seinen Konkurrenten von Grünen und CSU.



