Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) hat seinen Verkehrsminister Patrick Schnieder (58, CDU) entlassen. Das erfuhr BILD aus Unionskreisen. Schnieder war seit dem 6. Mai 2025 im Amt und galt als glücklos – insbesondere bei den Dauerkrisen Schienennetz und Infrastruktur.
Kanzler zunehmend genervt von ausbleibendem Fortschritt
Grund für den drastischen Schritt sei Merz’ tiefe Unzufriedenheit mit Schnieders Amtsführung, hieß es aus Regierungskreisen. Der Kanzler sei „zunehmend genervt“ vom ausbleibenden Fortschritt im Verkehrsministerium gewesen. Trotz eines Milliarden-Etats habe Schnieder die Probleme der deutschen Infrastruktur nicht in den Griff bekommen. In hohen Regierungskreisen heißt es abschätzig-ironisch, es sei eine besondere „Leistung“ Schnieders gewesen, trotz Rekord-Etats zu erklären, er habe kein Geld mehr für den Bau neuer Brücken und Infrastrukturprojekte. Tatsächlich hatte Schnieder im September 2025 mit einem solchen Alarmruf Negativ-Schlagzeilen gemacht und Kabinettskollegen verstört.
Bahn-Probleme bleiben trotz Chefwechsel
Auch die Lage bei der Deutschen Bahn verbesserte sich nicht. Zwar hatte Schnieder den überforderten Bahnchef Richard Lutz (62) gefeuert, der erhoffte Befreiungsschlag im Schienenverkehr blieb jedoch mit Nachfolgerin Palla aus. Für Merz, der seine Regierungszeit an wirtschaftlichen Reformen und Modernisierung misst, wurde Schnieder zur politischen Belastung. Die Bürger interpretierten die chaotischen Zustände auf Schienen und Straßen als „Staatsversagen“.
Merz zieht Konsequenzen – bei Reiche nur Verwarnung
Merz sei keiner, der täglich Marschbefehle verteile, hieß es. Aber wenn grundlegende Aufgaben nicht erfüllt würden, ziehe er Konsequenzen. Auch mit der Bilanz von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) war Merz unzufrieden – sie musste im Kanzleramt zum Rapport, beließ es aber bei einer Verwarnung. Bei Schnieder handelte Merz direkt mit der Entlassung.
Kabinettsumbau geht weiter
Damit setzt Merz seinen Kabinettsumbau fort. Bereits am Donnerstag hatte BILD erfahren, dass Gesundheitsministerin Nina Warken (47, CDU) ins Kanzleramt wechselt und dort Thorsten Frei (52, CDU) ersetzt, der neuer Fraktionschef der Union wird. Warkens Nachfolger im Gesundheitsministerium soll CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann (48) werden.



