Nina Warken wird erste Chefin des Bundeskanzleramts – eine harte Verhandlerin
Nina Warken: Neue Kanzleramtschefin und harte Verhandlerin

Mit Nina Warken übernimmt erstmals eine Frau die Leitung des Bundeskanzleramts. Bundeskanzler Friedrich Merz holt die 47-Jährige aus dem Gesundheitsministerium, wo sie zuvor die umstrittene Krankenkassenreform gegen massive Widerstände durchgesetzt hat. Ihr Nachfolger im Gesundheitsressort wird Carsten Linnemann, der bisher eher als Wirtschaftsliberaler bekannt ist.

Durchsetzungsstarke Feministin für das Kanzleramt

Merz lobte Warken als „durchsetzungsstark“ und „harte Verhandlerin“. Sie habe bewiesen, dass sie ein Ministerium führen und Reformen auch gegen Widerstände durchsetzen könne. Warken selbst sagte: „Ich freue mich, den Reformkurs weiter voranzutreiben und mitzugestalten, damit unser Land weiter vorankommt.“

Die gebürtige Tauberbischofsheimerin ist dreifache Mutter und bezeichnet sich selbst als Feministin. Als Bundesvorsitzende der Frauen-Union drängt sie auf einen höheren Frauenanteil in der CDU-Spitze – ein Anliegen, das Merz angesichts schwacher Umfragewerte bei Wählerinnen ernst nimmt.

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Expertise in Sicherheitspolitik und langjährige Parteierfahrung

Merz betonte, Warken sei auch in sicherheitspolitischen Themen zuhause, die im Kanzleramt eine zentrale Rolle spielen. Sie leitete gemeinsam mit dem hessischen Innenminister Peter Beuth den CDU-Bundesfachausschuss Innere Sicherheit. Zudem war sie von 2023 bis 2025 Generalsekretärin der CDU Baden-Württemberg und ist seit 2025 Bundesvorsitzende der Frauen-Union.

Warken zog 2013 erstmals in den Bundestag ein und arbeitete als Rechtsanwältin. Ihr Schwerpunkt lag in der Innen- und Rechtspolitik, bevor sie 2025 Gesundheitsministerin wurde. Sie erwarb sich einen Ruf als ruhige, aber beharrliche Politikerin.

Krankenkassenreform als Karrierebaustein

Als Gesundheitsministerin setzte Warken die Finanzreform der gesetzlichen Krankenkassen durch. Kritik gibt es weiterhin, doch ihr wird bescheinigt, unterschiedliche Interessengruppen einbezogen zu haben. Die Hauptlast der Einschnitte tragen die Versicherten.

Warken folgt auf Thorsten Frei, der die Leitung der Unionsfraktion übernimmt. Der Wechsel ist Teil eines Kabinettsumbaus nach dem Rauswurf von Jens Spahn.

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