Philipp Amthor, geboren am 10. November 1992 in Ueckermünde, Mecklenburg-Vorpommern, gehört zu den bekanntesten Gesichtern der jungen CDU-Generation. Seit 2017 sitzt er als einer der jüngsten Abgeordneten im Bundestag. Nun übernimmt er das Amt des Staatsministers für die Bund-Länder-Zusammenarbeit im Kanzleramt. Der Aufstieg war jedoch von Kontroversen begleitet.
Herkunft und Ausbildung
Amthor wuchs bei seiner alleinerziehenden Mutter in Torgelow auf, nachdem der Vater die Familie früh verlassen hatte. Nach dem Abitur 2011 am Greifen-Gymnasium in Ueckermünde studierte er von 2012 bis 2017 Rechtswissenschaften an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, gefördert durch ein Stipendium der Konrad-Adenauer-Stiftung. Das Studium schloss er mit Prädikat ab. Heute promoviert er im Bereich Rechtswissenschaft und ist als Jurist tätig. Seit Sommer 2024 ist seine Beziehung zu Freundin Carlotta öffentlich, die laut „Bild“ ebenfalls CDU-Mitglied sein soll.
Karriere in der CDU
Seit 2008 ist Amthor CDU-Mitglied. Er engagierte sich in der Jungen Union, war Kreisvorsitzender in Vorpommern-Greifswald (2012–2018) und Bundesschatzmeister (2018–2022). In der CDU Mecklenburg-Vorpommern ist er seit 2022 Kreisvorsitzender und seit 2024 Generalsekretär des Landesverbandes. 2017 zog er in den Bundestag ein. Er ist Mitglied im Innenausschuss und stellvertretend im Rechtsausschuss. In der Unionsfraktion ist er Fachsprecher für Staatsorganisation und Staatsmodernisierung. Zuletzt war er Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Digitalisierung und Staatsmodernisierung mit Schwerpunkt Bürokratieabbau.
Politische Positionen
Amthor zählt sich zum konservativen Flügel der CDU. Er fordert eine Modernisierung des Staates und Bürokratieabbau. In einem Interview sagte er: „Wir wollen den Staat nicht als Lehrmeister, der meint, uns bevormunden zu müssen. Im Gegenteil: Wir wollen den Staat als modernen Dienstleister.“ Er befürwortet einen Nationalen Sicherheitsrat: „Deutschland steht derzeit vor einer beispiellosen Gleichzeitigkeit von Krisen und zunehmender Ressourcenkonkurrenz. Um diesen Herausforderungen effektiv zu begegnen, benötigen wir einen Nationalen Sicherheitsrat.“ Zur AfD fordert er inhaltliche Auseinandersetzung statt taktischer Abgrenzung. In der Klimapolitik verteidigt er marktwirtschaftliche Lösungen: „Es kann nicht sein, dass der Staat in private Lebensbereiche eingreift und der Wirtschaft ihre Zukunftsperspektiven wegnimmt.“
Erfolge und Kontroversen
Amthor setzte sich für das „Digitale-Versorgung-Gesetz“ (DVG) von 2019 ein, das digitale Gesundheitsanwendungen wie Apps auf Rezept ermöglicht. 2020 geriet er in die Kritik, als bekannt wurde, dass er für das US-Start-up Augustus Intelligence Lobbyarbeit betrieben hatte – unter anderem mit einem Brief auf Bundestagspapier an Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). Im Gegenzug ließ er sich Reisen finanzieren und erhielt Aktienoptionen. Nach öffentlichem Druck beendete er die Tätigkeit und verzichtete auf die Kandidatur für den CDU-Landesvorsitz. 2021 wurde bekannt, dass TikTok auf Amthors Vermittlung ein Musikfestival in seinem Wahlkreis mit 2.500 Euro unterstützen sollte. Eine geplante Sponsoringvereinbarung mit der Jungen Union kam nicht zustande. Amthor, damals JU-Bundesschatzmeister, betonte, er habe nichts gewusst. Ebenfalls 2021 sorgte ein Foto für Aufsehen, das ihn neben einem Mann mit T-Shirt-Aufschrift „Solidarität mit Ursula Haverbeck“ zeigte. Amthor distanzierte sich umgehend. Zuletzt kritisierte sein Vorstoß in den Koalitionsverhandlungen, das Informationsfreiheitsgesetz abzuschaffen – jenes Gesetz, das zur Aufdeckung seiner Augustus-Verbindungen beigetragen hatte.
Neues Amt als Staatsminister
Amthor wird Staatsminister für die Bund-Länder-Zusammenarbeit im Kanzleramt. Damit setzt er seine Karriere fort, die trotz der Skandale weiterhin steil verläuft. Sein Fokus liegt auf Bürokratieabbau und Staatsmodernisierung.



