Nina Warken wird neue Chefin des Bundeskanzleramts. Die 47-jährige CDU-Politikerin tritt die Nachfolge von Thorsten Frei an, der kommende Woche die Leitung der Unionsfraktion übernimmt. Bundeskanzler Friedrich Merz holt Warken damit aus dem Gesundheitsministerium, wo sie zuletzt die umstrittene Finanzreform der gesetzlichen Krankenkassen gegen massive Widerstände durchgesetzt hatte.
Durchsetzungsstarke Verhandlerin
„Nina Warken hat gezeigt, dass sie ein Ministerium führen und Reformen auch gegen Widerstände durchsetzen kann“, begründete Merz seine Entscheidung. Er bezeichnete sie als „durchsetzungsstark“ und „eine harte Verhandlerin“, die sich in unterschiedlichen Funktionen bewährt habe. Warken selbst sagte nach Bekanntgabe ihrer Nominierung: „Ich freue mich, den Reformkurs weiter voranzutreiben und mitzugestalten, damit unser Land weiter vorankommt.“
Sicherheitspolitische Expertise
Merz deutete an, dass auch Warkens sicherheitspolitische Erfahrung eine Rolle spielte. Aufgrund ihrer früheren Tätigkeiten sei sie „in sicherheitspolitischen Themen zuhause“, die im Kanzleramt eine zentrale Rolle spielen. Warken leitete gemeinsam mit dem hessischen Innenminister Peter Beuth den CDU-Bundesfachausschuss Innere Sicherheit und war parlamentarische Geschäftsführerin der Unionsfraktion. Der Kanzler betonte, sie werde „in der Regierungsarbeit die wichtigste Stütze“ sein.
Feministin und Frauen-Union-Vorsitzende
Warken, dreifache Mutter, bezeichnet sich selbst als Feministin. Seit 2025 ist sie Bundesvorsitzende der Frauen-Union und damit beratendes Mitglied im CDU-Bundesvorstand. Die Frauen-Union hatte zuletzt den Rücktritt von Unions-Fraktionschef Jens Spahn gefordert, was das Personalkarussell in Gang setzte. Merz scheint das Anliegen eines höheren Frauenanteils in Spitzenpositionen ernst zu nehmen, auch angesichts schwacher Umfragewerte bei Wählerinnen.
Karriereweg
Warken stammt aus Tauberbischofsheim und trat bereits als Jurastudentin in Heidelberg der Jungen Union und der CDU bei. Sie war stellvertretende JU-Bundesvorsitzende und Mitglied im Stadtrat ihrer Heimatstadt. 2013 zog sie erstmals in den Bundestag ein, wo sie sich auf Innen- und Rechtspolitik spezialisierte. Ende 2023 wurde sie Generalsekretärin der CDU Baden-Württemberg, bevor sie nach dem Erfolg der Union bei der Bundestagswahl 2025 ins Bundeskabinett berufen wurde. Im Gesundheitsressort galt sie zunächst als fachfremd, erwarb sich aber einen Ruf als beharrliche, leise wirkende Politikerin.



