Schloss Bellevue wird zur Pop-up-Galerie für Demokratie und Kunstfreiheit
Schloss Bellevue: Pop-up-Galerie für Demokratie

Berlin. Auf dem Dach von Schloss Bellevue ist seit Montag eine große Plane befestigt. Darauf prangt in weiß-blauen Buchstaben die Aufschrift „Freiraum Kunst“. Die Installation des Berliner Künstlers Christian Awe weist auf die gleichnamige Ausstellung der Akademie der Künste hin, die vom 13. bis 28. Juni im Schloss zu sehen sein wird. Vor der umfassenden Sanierung des Amtssitzes des Bundespräsidenten wird das Gebäude so zur Pop-up-Galerie.

Ein Zeichen für die Demokratie

Christian Awe ist neben El Bocho und Christopher Lehmpfuhl einer der Initiatoren. „Es ist großartig, dass ein so prominentes Haus wie Schloss Bellevue für die Öffentlichkeit geöffnet wird“, sagte er bei einem Presserundgang. „In der Gesellschaft gibt es viel Unruhe. Wir müssen ein Zeichen setzen, aufpassen, dass uns die Demokratie nicht zwischen den Händen zerrinnt.“

Der Vizepräsident der Akademie der Künste, Anh-Linh Ngo, kuratierte die Ausstellung gemeinsam mit Cécile Wajsbrot. „Kunst schafft Freiräume, die zum Denken anregen“, betonte Ngo. Die Ausstellung verzichte darauf, Werke einer These unterzuordnen. Die Interpretation bleibe den Besuchern überlassen. „Offenheit tritt als Grundbedingung künstlerischer Praxis hervor.“

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Schloss als Exponat

Ngo hob hervor, dass das bereits geräumte Schloss mit seiner Öffnung selbst zum Exponat werde: „Als Amtssitz des Bundespräsidenten steht dieser Ort exemplarisch für die Frage, wie politische Öffentlichkeit hergestellt wird.“ Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier dankte den Künstlern. Die Ausstellung ermögliche den Bürgern, Abschied vom Sitz des Staatsoberhaupts zu nehmen, der nach der Schau für rund acht Jahre saniert wird.

Steinmeier bedauerte, dass die Bedeutung von Kunst in aktuellen Debatten in den Hintergrund gerate. „Wir als Gesellschaft brauchen Kunst“, sagte er. Kunst bewahre gesellschaftliche Geschichte, lege den Finger in die Wunde und biete überraschende Perspektiven für die Zukunft.

Breites Spektrum der Werke

Manos Tsangaris, Präsident der Akademie der Künste, wies auf das 330-jährige Jubiläum der Akademie hin. Die Vielseitigkeit der mehr als 400 Mitglieder bilde sich in der Ausstellung ab. Gezeigt werden unter anderem minimalistische Kompositionen von Hanns Schimansky, Fotografien von Wolfgang Tillmans, Videos von Georg Schneider, der Dokumentarfilm „Die Mauer“ von Jürgen Böttcher/Strawalde sowie Street-Art-Bilder von El Bocho.

Begleitend initiierte Tsangaris das „Büro der öffentlichen Sache“ – einen Raum für Diskussionen über demokratische Öffentlichkeit und gesellschaftliches Miteinander. Täglich von 17 bis 19 Uhr gibt es dort das Format „Rundgespräche“ mit Künstlern und Akteuren aus Wissenschaft, Kultur und Zivilgesellschaft.

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Praktische Informationen

  • Ort: Schloss Bellevue, Spreeweg 1, Tiergarten
  • Öffnungszeiten: Mo.–Mi. und Fr. 11–19 Uhr, Do 11–20 Uhr, Sa./So. 10–19 Uhr
  • Dauer: 13. bis 28. Juni
  • Ticketbuchung ausschließlich online unter freiraum-kunst.eu