Landtagssitzung unterbrochen: Schwesig wirft CDU „unverschämt unglaubwürdig“ vor
Schwesig-Rede: Landtagssitzung unterbrochen

In Schwerin ist die Landtagssitzung während einer Rede von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) unterbrochen worden. Die SPD-Politikerin hatte dem CDU-Politiker Sebastian Ehlers vorgeworfen, als Vorsitzender des Untersuchungsausschusses zu Nord Stream 2 und der Klimaschutzstiftung MV ein zusätzliches Einkommen bezogen zu haben.

Heftige Unruhe im Plenum

Laut Wortprotokoll sagte Schwesig: „Die CDU hat im Untersuchungsausschuss zu Nord Stream 2 und der Klimaschutzstiftung MV ihre eigenen Entscheidungen untersucht – für viele Millionen Euro, und Ihr Ausschussvorsitzender hatte damit noch selber zusätzlich Einkommen.“ Sie bezeichnete dies als „unverschämt unglaubwürdig“. Nach diesen Äußerungen entstand im Plenum so heftige Unruhe, dass Landtagsvizepräsidentin Beate Schlupp die Sitzung für zehn Minuten unterbrach und die Parlamentarischen Geschäftsführer der Fraktionen zu sich bat.

CDU weist Vorwürfe zurück

Ein CDU-Sprecher nannte Schwesigs Äußerungen „lächerlich“ und meinte: „Sie scheint so langsam die Nerven zu verlieren.“ Er betonte, dass Ausschussvorsitzende unabhängig von der Partei eine Entschädigung für ihre Tätigkeit erhielten. „Wer die Arbeit von Parlamentarischen Untersuchungsausschüssen, die in der Verfassung festgeschrieben sind, permanent diskreditiert, offenbart ein fragwürdiges Demokratieverständnis.“

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Hintergrund: Sebastian Ehlers

Sebastian Ehlers (CDU) leitete in den vergangenen Jahren den Untersuchungsausschuss zu Nord Stream 2. Im April 2026 wurde er zum Oberbürgermeister von Schwerin gewählt. Die Vorwürfe von Schwesig beziehen sich auf seine Tätigkeit als Ausschussvorsitzender, für die er eine Aufwandsentschädigung erhielt.

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