Bei Temperaturen weit oberhalb ihrer Umfragewerte feierte die Berliner SPD-Fraktion gestern ihr Sommerfest im TorEins im Gleisdreieckpark. Der Ort war gut gewählt, doch die Stimmung im Inneren war alles andere als entspannt. Fraktionschef Raed Saleh nutzte seine Eröffnungsrede, um auf die aktuelle politische Lage einzugehen. „Mein Eindruck ist, dass der Koalitionspartner unruhig ist“, sagte Saleh mit Blick auf die Zusammenarbeit in der Regierung. Doch während er sprach, schien kaum jemand zuzuhören. Der Innenraum war so laut, dass man auf der Terrasse nur wenig von seinen Worten verstand. Die Gäste unterhielten sich angeregt, und die Geräuschkulisse übertönte fast alles. Es war ein Sommerfest, das eher an eine lärmende Party als an eine politische Veranstaltung erinnerte. Saleh selbst wirkte gelassen, doch seine Botschaft kam bei den Anwesenden nur schwer an. Die Unruhe, die er beim Koalitionspartner beklagte, spiegelte sich auch im eigenen Fest wider. Viele Besucher zog es nach draußen, wo die Temperaturen angenehmer waren und die Gespräche leiser geführt werden konnten. Insgesamt zeigte das Fest, dass die SPD trotz guter Umfragewerte intern mit Herausforderungen zu kämpfen hat. Die Koalition mit der CDU und den Grünen läuft nicht reibungslos, und Salehs Worte waren ein deutliches Signal an die Partner. Ob die Unruhe bald nachlässt, bleibt abzuwarten. Das Sommerfest jedenfalls bot keine Ruhe, sondern eher ein Spiegelbild der aktuellen politischen Stimmung in Berlin.


