Spektakulärer Spionageprozess in Wien: Urteilsberatung gegen Ex-Beamten
Spektakulärer Spionageprozess in Wien: Urteilsberatung gegen Ex-Beamten

Im Wiener Straflandesgericht findet der größte österreichische Spionageprozess der letzten Jahrzehnte statt. Angeklagt ist der frühere Verfassungsschützer Egisto Ott, dem vorgeworfen wird, für russische Dienste tätig gewesen zu sein. Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass Ott von Handlangern des früheren Wirecard-Managers Jan Marsalek ein McDonald's-Papiersackerl mit rund 50.000 Euro Bargeld erhalten hat. Im Gegenzug soll er russische Spione mit gestohlenen Smartphones dreier Spitzenbeamter aus Österreich versorgt haben.

In der nächsten Woche sollen mehrere frühere Kollegen aus dem österreichischen Nachrichtendienst aussagen, darunter der ehemalige Direktor des Bundesamts für Verfassungsschutz (BVT), Peter Gridling. Auch Russen, die auf der Feindesliste des Kreml stehen, sollen befragt werden. Die Anklage wirft Ott vor, in mehreren Fällen illegal deren Daten abgefragt zu haben.

Der 64-jährige Ex-Spion hat sich in der ersten Verhandlungswoche wortreich verteidigt. Er habe für einen Partnerdienst eine hochgeheime Mission ausgeführt, die die verdächtigen Abfragen erkläre. Seine Verteidigung sprach von verfälschten und unvollständigen Beweisen und plädierte auf „nicht schuldig“. Ott kündigte „Überraschungen“ an. Der Prozess läuft bis mindestens Anfang März.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration
Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram