Goldener Handschlag: DFB zahlt Millionen-Abfindung an Nagelsmann
Goldener Handschlag: DFB zahlt Millionen-Abfindung an Nagelsmann

Millionen-Abfindung für Nagelsmann: DFB zahlt erneut hohe Summe

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) muss nach der Entlassung von Bundestrainer Julian Nagelsmann eine Abfindung in Höhe von rund 6,8 Millionen Euro zahlen. Das berichtet der „Kicker“. Die Summe umfasst auch Zahlungen an seine Co-Trainer. Nagelsmann war am Freitag offiziell von seinem Amt zurückgetreten, obwohl sein Vertrag noch bis nach der Europameisterschaft 2028 lief. Grund war das enttäuschende Abschneiden bei der WM in Nordamerika, wo die deutsche Mannschaft gegen Paraguay ausschied.

DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig bedankte sich öffentlich bei Nagelsmann: „Ich möchte ihm auch danken, denn sein Entgegenkommen bei der Vertragsauflösung war nicht selbstverständlich.“ Nagelsmann hätte für die restlichen zwei Jahre noch 14 Millionen Euro Gehalt zugestanden. Stattdessen einigte man sich auf eine Abfindung, die laut Medien knapp unter der Hälfte liegt.

Kritik an Vertragspolitik des DFB

Der Fall Nagelsmann reiht sich ein in eine Serie von teuren Vertragsauflösungen. Der DFB hatte den Vertrag mit Nagelsmann im Januar 2025 ohne konkrete Erfolge bis 2028 verlängert – nur wenige Monate nachdem er bereits bis zur WM 2026 verlängert worden war. Kritiker werfen dem Verband vor, stets zum falschen Zeitpunkt Verträge abzuschließen oder zu verlängern, ohne sich ausreichend abzusichern.

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So war der Kontrakt zwar leistungsbezogen, aber eine Abfindung wäre nur bei einem Vorrundenaus bei der XXL-WM vermieden worden. Warum der DFB nicht ambitioniertere Ziele wie das Erreichen des Viertelfinals festlegte, bleibt unklar. „Es erinnert an frühere Fehler“, kommentiert der Tagesspiegel. Schon bei Martina Voss-Tecklenburg wurde der Vertrag drei Monate vor der WM 2023 bis 2025 verlängert; nach dem Vorrundenaus kam es zur Trennung mit einer Abfindung im hohen sechsstelligen Bereich.

Auch Hansi Flick erhielt 2021 einen Vertrag bis 2024, scheiterte aber bei der WM 2022 in Katar und musste ein Jahr später gehen – das ausstehende Gehalt betrug damals rund 4,5 Millionen Euro. Joachim Löw blieb nach dem WM-Titel 2014 trotz ausbleibender Erfolge bis 2021 im Amt und erhielt ebenfalls eine Abfindung. Summiert man die unbestätigten Zahlungen an Ex-Trainerinnen und -Trainer der letzten fünf Jahre, ergibt sich eine Summe von rund 16 Millionen Euro.

Zukunft ungewiss: Klopp im Gespräch

Sollte der DFB Jürgen Klopp als Nachfolger verpflichten wollen, müsste dieser aus seinem Vertrag mit Red Bull herausgekauft werden – was die Kosten weiter in die Höhe treiben könnte. Hinzu kommt das Gehalt des neuen Bundestrainers, das ursprünglich nicht eingeplant war. Der DFB steht daher vor der Herausforderung, künftige Verträge leistungsbezogener zu gestalten und sich nicht von Trainerseite die Bedingungen diktieren zu lassen.

Experten fordern, dass Verträge von vornherein nur für zwei Jahre bis nach einem Turnier gelten sollten, mit Erfolgsprämien und einer Verlängerungsoption für den DFB. Nur so könne der Verband künftig vermeiden, dass sich Geschäftsführer nach einer Enttäuschung kleinlaut bei den Trainern bedanken müssen, weil diese dem klammen DFB wenigstens etwas finanziellen Spielraum lassen.

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