Klopps Doppelrolle bei DFB und Red Bull stößt Landesverbänden sauer auf
Klopps Doppelrolle bei DFB und Red Bull stößt sauer auf

Jürgen Klopp steht kurz vor der Unterschrift als neuer Bundestrainer, doch innerhalb des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) regt sich Widerstand. Mehrere Landesverbände äußern Bedenken gegen die geplante Doppelrolle des 59-Jährigen, der trotz seines Amtes als Bundestrainer weiterhin als Markenbotschafter für Red Bull fungieren soll. Dies berichten mehrere Medien übereinstimmend.

Landesverbände kritisieren Doppelrolle und Finanzgebaren

Die präferierte Lösung, Klopps Vertrag als Fußballchef des Red-Bull-Imperiums (bis 2029) ohne millionenschwere Ablöse aufzulösen, stößt auf Kritik. Uwe Döring, Präsident des Schleswig-Holsteinischen Fußball-Verbandes (SHFV), äußerte sich deutlich: „Als Fußballfan und Mitglied des FC St. Pauli habe ich Klopps Engagement bei Red Bull nie verstanden, Geld kann es ja eigentlich nicht mehr sein. Aber vielleicht liege ich da auch falsch, dieser ganze Irrsinn bei Trainergehältern und Abfindungen, die auch bei Nichtleistungen gezahlt werden, stößt mich nur noch ab. Hoffentlich wird die Schraube nicht überdreht, es wenden sich jetzt schon viele ab.“

Neben der Doppelrolle kritisieren mehrere Landesverbandsbosse auch die finanziellen Aspekte. Die Millionenabfindung für den zurückgetretenen Julian Nagelsmann und ein kolportiertes Jahresgehalt von über sieben Millionen Euro für Klopp werden als Ärgernis gesehen. Der Tenor: Nur weil der DFB durch den Nike-Deal ab 2027 wieder über mehr Geld verfüge, müsse er es nicht „rausblasen“. Solche Summen seien an der Basis „äußerst schwer“ zu vermitteln. Allerdings war auch zu hören: „Trainer aus dem allerobersten Regal kosten halt viel Geld.“ Und Klopp sei der „geeignete Mann“, es gebe keine wirkliche Alternative.

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Sorgen um Unabhängigkeit und Interessenkonflikte

Ein weiterer Kritikpunkt ist die mögliche Beeinflussung von Klopps Entscheidungen. Was, wenn der neue Bundestrainer plötzlich fünf Spieler von RB Leipzig beruft? Diese „zu enge Verzahnung“ hatte bereits der frühere DFB-Präsident Theo Zwanziger in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ als „völliges No-Go“ bezeichnet. Auch Thomas Kessen, Sprecher des Fan-Verbandes „Unsere Kurve“, sieht in der fortgesetzten Werbe-Rolle „einen Kniefall vor dem Kapital“.

Klopps Vertragsauflösung mit Red Bull ist das letzte Hindernis vor einer Unterschrift beim DFB. Anschließend muss der Vertrag noch durch die Gremien. Der DFB und Klopp hatten sich bereits in New York über „Eckpunkte eines potenziellen Vertrags“ geeinigt.

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