RAF-Opfer-Mahnmal: Dobrindt und Weimer unterstützen Forderung der Angehörigen
RAF-Opfer-Mahnmal: Dobrindt und Weimer unterstützen Forderung

Der Ruf nach einem zentralen Mahnmal für die Opfer der Roten Armee Fraktion (RAF) gewinnt an politischer Unterstützung. Nachdem die Angehörigen der Ermordeten einen entsprechenden Vorstoß unternommen hatten, haben sich nun Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) hinter die Forderung gestellt. Die Initiative fällt in das Vorfeld des Gedenkjahres 2027, in dem sich die Anschläge des sogenannten Deutschen Herbstes von 1977 zum 50. Mal jähren.

Dobrindt: „Berechtigtes Anliegen“

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt sprach sich deutlich für die Errichtung eines Denkmals aus. „Der RAF-Terror hat unser Land jahrzehntelang im Bann gehalten und schrecklichste Verbrechen begangen. Dem Gedenken an die Opfer des Linksterrorismus in Deutschland ein Denkmal zu setzen, halte ich für ein berechtigtes Anliegen“, sagte Dobrindt gegenüber BILD. Der Minister betonte damit die langjährige Belastung der Bundesrepublik durch die terroristischen Aktivitäten der RAF, die zwischen 1971 und 1991 insgesamt 34 Menschen tötete – vor allem Repräsentanten des Staates sowie deren Fahrer oder Begleiter.

Weimer will Vorschlag prüfen

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer zeigte sich offen für die Idee und kündigte eine Prüfung an. Auf eine BILD-Anfrage ließ er mitteilen: „Insbesondere jüngeren Generationen muss vermittelt werden, wohin politischer Extremismus führt.“ Das Andenken an die Toten sei zugleich „Mahnung für die hohe Bedeutung des Einsatzes für eine wehrhafte Demokratie“. Weimer will den Vorschlag der hinterbliebenen Angehörigen „in seine Überlegungen für das Gedenkjahr 2027 einbeziehen“. Damit rückt das Jahr 2027 als zentraler Zeitpunkt für eine mögliche Realisierung in den Fokus.

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Berliner Kultursenator Evers begrüßt Idee

Auch der Berliner Kultursenator Stefan Evers (CDU) unterstützt die Forderung nach einer Gedenkstätte. Evers erklärte gegenüber BILD: „Die Opfer des RAF-Terrorismus waren Vertreterinnen und Vertreter unseres freiheitlich-demokratischen Gemeinwesens, das die RAF beseitigen wollte. Den Opfern und den Angehörigen gilt es auch heute, ein ehrendes Gedenken zu bewahren.“ Die Idee eines öffentlichen Gedenkens begrüße er ausdrücklich – „gerade in Zeiten, in denen Extremismus und Terror zu einer Bedrohung für ein friedliches, gemeinschaftliches Miteinander werden“. Damit reiht sich Evers in die wachsende Zahl von Befürwortern ein.

Hintergrund: Forderungen aus Bayern und von Angehörigen

Der Vorstoß für ein Mahnmal war zuvor von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sowie von mehreren Angehörigen der RAF-Opfer lanciert worden. In BILD hatten sich die Kinder von Hanns-Martin Schleyer, Jürgen Ponto und Siegfried Buback sowie die Witwe des 1977 ermordeten Lufthansa-Piloten Jürgen Schumann für einen zentralen Erinnerungsort ausgesprochen. Die RAF hatte 1977 während des Deutschen Herbstes unter anderem Arbeitgeberpräsident Schleyer entführt und später ermordet, Bankier Ponto und Generalbundesanwalt Buback erschossen sowie die Lufthansa-Maschine „Landshut“ entführt, deren Pilot Schumann getötet wurde.

Gedenkjahr 2027 als Katalysator

Das Gedenkjahr 2027 bietet nach Ansicht der Befürworter den passenden Rahmen für die Schaffung eines Mahnmals. Der Deutsche Herbst 1977 gilt als Höhepunkt der RAF-Gewalt, auch wenn die Gruppe bereits vorher und nachher tödliche Anschläge verübte. Die RAF erklärte 1998 ihre Selbstauflösung. Ein zentrales Denkmal könnte nicht nur an die Opfer erinnern, sondern auch als Bildungsinstrument gegen politischen Extremismus dienen. Die politische Debatte darüber wird in den kommenden Monaten voraussichtlich weiter an Fahrt gewinnen.

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