Thorsten Frei wird neuer Fraktionschef der Union
Der Kanzleramtschef Thorsten Frei (CDU) soll den Vorsitz der Unionsfraktion im Bundestag übernehmen. Darauf einigten sich die Parteichefs Friedrich Merz (CDU) und Markus Söder (CSU). Die Entscheidung stößt beim Koalitionspartner SPD auf Wohlwollen, während die FDP als außerparlamentarische Opposition Verwunderung äußert.
Positive Reaktionen aus der Koalition
Außenminister Johann Wadephul (CDU) lobte Frei als „genau den richtigen Mann, den die CDU/CSU-Fraktion jetzt braucht. Er kennt die Fraktion aus dem Effeff.“ Wadephul hatte lange mit Frei, dem damaligen Parlamentarischen Geschäftsführer, zusammengearbeitet. Der Interimsfraktionschef Alexander Hoffmann (CSU) begrüßte den Vorschlag „ausdrücklich“: „Er kennt die Fraktion und er kennt die Themen, die auf dem Tisch liegen.“ Auch SPD-Fraktionsgeschäftsführer Dirk Wiese zeigte sich zufrieden: „Ich habe ihn zu Zeiten der letzten Großen Koalition als sehr versierten Kollegen kennengelernt, mit dem man gut verhandeln kann, der sehr detailliert in den Themen drin ist.“
Kritik von der FDP
FDP-Chef Wolfgang Kubicki kommentierte die Personalie ironisch: „Der koalitionsinterne Unmut über das Kanzleramt unter Thorsten Frei war in Berlin schon lange unüberhörbar. Ihm nun einen noch wichtigeren Posten in der Koalition zu geben, ist eine bemerkenswerte Entscheidung. Das wird kein Befreiungsschlag für Merz.“
Hintergrund: Freis Weg ins Kanzleramt
Nach der Bundestagswahl 2025 war Frei bereits für den Fraktionsvorsitz im Gespräch, doch Kanzler Merz holte ihn ins Kanzleramt. Dort hatte Frei jedoch Anlaufschwierigkeiten: Parteikollegen warfen ihm vor, lieber Interviews zu geben, als die Koalitionsarbeit zu koordinieren. Nach dem Rücktritt von Jens Spahn als Fraktionschef infolge der Leihmutterschafts-Debatte rückte Frei erneut in den Fokus.
Offizielle Bestätigung
Am Mittwoch verkündeten Merz und Söder in einer gemeinsamen Pressemitteilung, dass Frei dem Fraktionsvorstand vorgeschlagen werde. Merz betonte: „Thorsten Frei kommt aus der Mitte der Fraktion und wird dort für das perfekte Zusammenspiel zwischen Parlament, Koalitionspartner und Bundesregierung sorgen.“ Söder ergänzte: „Als CSU-Vorsitzender unterstütze ich den Vorschlag. Thorsten Frei wird ein guter Vorsitzender der gemeinsamen Bundestagsfraktion werden.“ Die formelle Zustimmung der Gremien wird in der kommenden Woche erwartet.



