CDU-Vorstand Strohmann attackiert Merz: Kommunikation und Personalpolitik ausbaufähig
Strohmann attackiert Merz: Kommunikation ausbaufähig

Heiko Strohmann, CDU-Chef in Bremen, hat im Bundesvorstand der Partei ungewöhnlich deutliche Kritik an Kanzler Friedrich Merz geübt. Er warf Merz vor, die CDU wie ein Unternehmen zu führen, statt auf ehrenamtliche Mitglieder und gewählte Abgeordnete zu hören. „Eine Partei funktioniert nicht, indem da einer vorn sitzt, einen Monolog hält und wir anschließend applaudieren“, sagte Strohmann dem Tagesspiegel.

„Sie leiten hier eine Partei und keine Firma“

Anlass der Schelte war eine Wortmeldung von Sachsens Innenminister Armin Schuster im Bundesvorstand. Schuster hatte kritisiert, dass Ostdeutsche im Kabinett unterrepräsentiert seien. Strohmann unterstützte dies und bemängelte grundsätzlich, dass Merz die Ostdeutschen ignoriere. „Er führt die CDU rein westdeutsch, praktisch nur mit Parteifreunden aus Baden-Württemberg und NRW“, sagte der Bremer CDU-Chef. Die CDU müsse aber den Anspruch einer gesamtdeutschen Volkspartei haben. Das Versäumnis helfe der AfD.

Strohmann kritisierte darüber hinaus die Kommunikationspolitik des Kanzlers. „Seine Kommunikation als CDU-Chef ist ausbaufähig. Und seine Personalpolitik auch.“ Als Beispiel nannte er den Fall Jens Spahn, der Vater durch Leihmutterschaft wurde. Merz habe nach Spahns Rücktritt versäumt, die Kommunikation selbst zu übernehmen. „Ich sagte ihm: ‚Lieber Herr Bundeskanzler, Sie hätten, nachdem Jens Spahn Ihnen berichtet hat, wie er Vater wird, gleich die Alarmglocken läuten müssen‘“, erklärte Strohmann.

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Stimmung an der Basis „geht in Richtung katastrophal“

Auf die Frage nach der Stimmung unter den CDU-Mitgliedern antwortete Strohmann: „Ich will nicht sagen, dass wir eine katastrophale Stimmung haben. Aber es geht schon in diese Richtung. Viele Mitglieder sind unzufrieden mit dem Kanzler.“ Er bekomme sehr viele Rückmeldungen. „Die meisten CDU-Mitglieder finden den Außenkanzler Merz gut, aber sie fühlen sich nicht mitgenommen. Er erklärt seine Politik zu wenig.“

Die Reaktion von Merz auf Strohmanns Vorwürfe sei verhalten gewesen. „Herr Merz war etwas konsterniert, er hatte das wohl nicht erwartet.“ Strohmann wünscht sich, dass Merz in seinem Urlaub in sich geht und die Kritik annimmt. Von einem Kanzlerwechsel hält er nichts: „Das ist Mumpitz.“

Bremen-Wahl 2027: CDU will SPD-Herrschaft beenden

In Bremen, wo 2027 gewählt wird, liegt die CDU in Umfragen vor der SPD. Strohmann kündigte einen konsequenten Sparkurs an: „Wir wollen in der aufgeblähten Sozialindustrie kürzen. Es wird auch schmerzhafte Einschnitte geben.“ Die Bürger hätten die Wahl: „Wollen sie die CDU als stärkste Kraft oder wieder Rot-Grün-Rot?“

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