Linken-Chef Pantisano: Klassismus im Bundestag belastet
Linken-Chef Pantisano: Klassismus im Bundestag

Luigi Pantisano, der Vorsitzende der Linken, hat in einem Interview mit dem Tagesspiegel offen über seine Erfahrungen mit Klassismus im Bundestag gesprochen. Er fühle sich häufig nicht zugehörig und erlebe massive Vorurteile gegenüber Menschen aus nicht-akademischen oder einkommensschwachen Verhältnissen. Dies sei ein strukturelles Problem im Parlament.

Holpriger Start und folgenschwere Wortwahl

Pantisano war bereits kurz nach Amtsantritt in die Kritik geraten, als er der CDU „faschistische Politik“ vorwarf. Auf die Frage, wie er Faschismus definiere, antwortete er: „Es gibt nicht die eine Faschismusdefinition. Ich würde es mal so zusammenfassen: Wir als Linke setzen uns gegen einen totalitären Staat ein, der von oben herab bestimmt, was man sagen und tun darf, in dem Menschen nichts zählen. Wo Menschen in gut und schlecht, in nutzbar und nicht brauchbar eingeteilt werden. Linke Politik bedeutet, sich für eine solidarische Gesellschaft einzusetzen. Dafür, dass die ganze Bevölkerung am Wohlstand teilhaben kann, und dass nicht Einzelne immer mehr Reichtum anhäufen.“

Klassismus als alltägliche Erfahrung

Der Linken-Chef betonte, dass Klassismus im Bundestag allgegenwärtig sei. „Im Bundestag erlebt man massiven Klassismus“, so Pantisano. Dies äußere sich in abwertenden Blicken, in der Art der Ansprache oder in der Missachtung von Lebensrealitäten, die nicht dem elitären Umfeld des Parlaments entsprächen. Er selbst habe oft das Gefühl, nicht dazuzugehören, weil seine Herkunft und sein Werdegang nicht dem typischen Bild eines Abgeordneten entsprächen.

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Forderung nach mehr sozialer Gerechtigkeit

Pantisano nutzte das Gespräch, um grundsätzliche Forderungen der Linken zu wiederholen: Eine gerechtere Verteilung des Wohlstands, eine stärkere Besteuerung von Vermögen und die Bekämpfung von Armut. Er kritisierte, dass die Politik in Deutschland zu oft an den Bedürfnissen der Ärmsten vorbeigehe. „Wir brauchen eine Politik, die nicht die Reichen noch reicher macht, sondern allen ein würdevolles Leben ermöglicht“, so der Linken-Vorsitzende.

Reaktionen und Ausblick

Die Äußerungen Pantisanos stoßen in anderen Parteien auf Skepsis. Die CDU wies die Faschismusvorwürfe erneut zurück. Dennoch zeigt das Interview, wie tief die Gräben zwischen den politischen Lagern sind. Für Pantisano ist klar: Die Linke wird weiterhin die Stimme derer sein, die im politischen Betrieb oft überhört werden.

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