144 neue Anträge auf SED-Opferrente in MV: Leid bleibt aktuell
144 neue Anträge auf SED-Opferrente in MV

36 Jahre nach der Wende beantragen weiterhin Menschen in Mecklenburg-Vorpommern die SED-Opferrente. Wie Justizministerin Jacqueline Bernhardt (Linke) mitteilte, sind allein in diesem Jahr 144 neue Anträge eingegangen. Das entspreche etwa fünf Anträgen pro Woche. Viele Betroffene fassten erst jetzt den Mut, sich mit dem in der DDR erlittenen Unrecht auseinanderzusetzen.

SED-Opferrente steigt auf 417 Euro

Von der jüngsten Erhöhung der SED-Opferrente profitieren laut Bernhardt 3.003 Menschen im Land. Seit dem 1. Juli 2026 beträgt die Rente 417 Euro, zuvor waren es 400 Euro. Die Anpassung soll die allgemeinen Preissteigerungen ausgleichen. Grundlage ist eine Gesetzesänderung aus dem Jahr 2025, die vorsieht, dass die Opferrente künftig jährlich zum 1. Juli um den Prozentsatz steigt, um den sich die gesetzliche Rente verändert.

Finanzieller Ausgleich für erlittenes Leid

„Das erlittene Leid ist sicher nicht mit Geld wiedergutzumachen. Aber die SED-Opferrente ist ein kleiner Beitrag, der einen gewissen finanziellen Ausgleich leisten soll“, erklärte Bernhardt. Im Haushalt des Ministeriums sind für 2026 insgesamt 16,3 Millionen Euro für die SED-Opferrente eingeplant. Die Ministerin bezeichnete die Rente als „wichtiges Zeichen für die Betroffenen, die vor 1989 staatlich organisiertes Leid erfahren mussten“. Ihr Leid werde weiterhin gesehen.

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Anspruchsvoraussetzungen und Geschichte der Rente

Die SED-Opferrente wird seit 2007 gezahlt. 2019 trat eine Verbesserung in Kraft. Anspruch haben Menschen, die in der ehemaligen DDR eine mit wesentlichen Grundsätzen einer freiheitlichen rechtsstaatlichen Ordnung unvereinbare Haftstrafe von mindestens 90 Tagen erlitten haben. Voraussetzung ist eine strafrechtliche Rehabilitierung. Die steigende Zahl neuer Anträge zeigt, dass das Thema auch Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung aktuell bleibt.

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